Ganz die Alte

Heute war ein aufregender Tag. Es gab viel zu klären, vor allem mit meinen Chefs. Ich habe ihnen die Diagnose nicht mitgeteilt, aber darauf hingewiesen, dass ich krankheitsbedingt in den nächsten Wochen ausfallen werde. Und eventuell nur ab und an arbeiten kann. Genaueres weiß ich ja noch nicht.

Sie waren sehr verständnisvoll und darum bemüht, mir die Angst bezüglich meines Arbeitsplatzes zu nehmen. Sie haben mir ihre volle Unterstützung zugesichert – auch was meine Wünsche hinsichtlich des Dienstplans betrifft. So werde ich für keine Frühdienste mehr eingeteilt und ich werde auch nicht mehr im stressigsten Bereich – also am Newsdesk – arbeiten, solange es die Umstände erfordern.

Ich bin sehr froh, dass mein Arbeitgeber so damit umgeht. Die Chefs überlassen es auch mir, ob, wann und in welchem Umfang ich das Team darüber informiere. Ein, zwei Tränchen habe ich dann auch verdrückt. Jemanden darüber zu informieren, schnürt mir noch immer die Kehle zu. Zum Glück muss ich das ab jetzt nicht mehr tun. Alle sind informiert, die informiert sein müssen. Das alles ist nun von meiner To-Do-Liste gestrichen.

Am Ende gab es sogar noch überraschender Weise eine Gehalterhöhung für mich. Die war wohl schon etwas länger beschlossen. 😉

Next Step: Ich habe die Psychosoziale Beratungsstelle der Bayerischen Krebsgesellschaft e.V. angerufen und einen Termin für Donnerstag 21. April 18:30 Uhr vereinbart. Ich werde dann eine Stunde mit Frau Degenhardt über meinen Fall reden.

Another Step: Ich habe im Brustzentrum in Heidelberg vorsorglich einen Termin ausgemacht – für Donnerstag 15:00 Uhr. Je nachdem was ich Morgen erfahre, werde ich sehen, ob ich den dann einhalten kann oder nicht. Für mich ist das auch ein Backup, sollte ich in der Klinik nicht so schnell operiert werden können. Mein Bauchgefühl sagt, dass ich die OP in München machen möchte. Es wäre alles in allem einfacher. Mehr dazu dann Morgen.

Was meine Ernährungsumstellung betrifft: Das klappt weiterhin recht gut. Was ich feststelle: Warmer Kräutertee tut mir gerade unheimlich gut. Wenn ich doch mal düsteren Gedanken nachhänge oder merke, dass Stress aufkommt – eine Tasse davon und mir geht es besser. Vor allem spüre ich das gerade im Brustbereich – also da, wo sich bei mir Stress als erstes normal bemerkbar macht. Wahrscheinlich liegt das an der Wärme.

Nachdem ich bis dahin relativ stressfrei durch den Tag gekommen bin, geht es mir ganz gut. Am Abend hatte ich noch kurzfristig einen Gast bekommen. Ich dachte mir, das lenkt ab. Tat es auch. Der Abend war richtig lustig. Wir waren erst mit meiner Freundin Sandra zusammen etwas einkaufen, haben zusammen gekocht und dann unsere Schnitzel mit Kartoffelsalat genossen. Danach gab’s am iPad noch ’ne Runde Roulette und Poker;  zum Schluss noch ein mega langes Gespräch über Gott und die Welt – vor allem über MotoGP und Valentino Rossi. Mein Thema. I love it.

Ich konnte für einige Stunden den Tumor ganz und gar vergessen. Ich hab viel gelacht, war ganz die Alte. Wer hätte das am Morgen noch gedacht?

Alles in allem am Ende ein richtige guter Tag.

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