Die Therapie wird vorgestellt

Am Dienstagmorgen war ich Joggen. Kraft tanken für den Tag. Das hat gutgetan, vor allem weil so schönes Wetter war. Ich habe den Kopf schön freibekommen und mir einen anderen Namen für meinen Tumor ausgedacht: Knötchen. Das hört sich nicht so schlimm an.

Was es im Grunde bedeutet, das weiß ich ja, aber Knötchen klingt nicht so negativ. Wie gesagt, alles irgendwie ins Positive verwandeln und Negatives fernhalten. Die Idee habe ich von Peter. Bei ihm heißt das wohl Entengrütze. Ich weiß gerade nicht mehr, warum ausgerechnet dieser Name, aber es war eine witzige Geschichte, glaube ich.

Also warum nicht. Vielleicht hilft das, negative Gedanken zu vermeiden. Alles was nicht schadet … Oder wie war das? 😉

Nach meiner Runde Frühsport habe ich mein heutiges Tages-Programm angefangen: Befunde einscannen, CD kopieren und alle Daten in einem Ordner ablegen und dann ab damit in die Cloud. So habe ich immer alle Daten bei mir, für den Fall, dass mal etwas verloren geht und erst Tage später wieder auftaucht. Sicher ist sicher.

Danach war ich noch schnell die Überweisung von der Ärztin abholen. Nach einem kurzen Gespräch mit der Ärztin bin ich erstmal schön gemütlich etwas beim Thai essen gewesen. Gemüsecurry scharf. Mmmh, das tat gut. Den Laden im Stacchus unten kann ich wirklich nur jedem empfehlen. Leider gibt’s den nur dort unten. Im Freien wäre natürlich viel schöner.

Okay, dann ab in die Klinik. Es hieß nochmal tief Luft holen und alle positive Kraft sammeln. Heute hat mich Nicky begleitet. Alleine wäre das alles um so vieles schwerer. Daher bin ich froh, dass ich viele liebe Menschen um mich herum habe, die das alles mit mir durchstehen und mich unterstützen. Bisher war ich keinen Tag alleine bei den Untersuchungen. Danke dafür! Das gibt wirklich viel Kraft. Was dass betrifft: I guess I’m blessed.

Die Ärztin klärte mich eingehend über die Befunde auf und gab mir dann den Fahrplan für die nächsten Wochen bzw. Monate vor. Dazu schreibe ich noch ein Gedächtnisprotokoll. Nur so viel: erst Chemo, dann Op, dann Therapie mit Antikörpern. Das wird ein Spaß! (Achtung Ironie!)IMG_8904 (1)

In der Klinik war ich wohl sehr tapfer, wie Nicky, die mich begleitete, meinte. Nun ja, gefühlt Tausende Infos prasselten auf mich/ uns ein. Was das alles bedeutet, war mir zwar schon beim Gespräch klar, aber so richtig durchgedrungen ist das erst daheim.

Wie gut, dass ich auch gestern wieder nicht alleine war. Mein lieber Freund Andy hatte Nickys Betreuung quasi abgelöst. Wir waren am Abend noch eine Runde spazieren, etwas essen und dann noch mal spazieren. Das tat gut. Daheim habe ich dann doch noch das große Heulen bekommen.

Doch Helga hat mich da schnell wieder aus dem Loch mit ihrer „Pack-mers-an-nützt-ja-nüscht-Mentalität“ herausholt. Sie ist darin eine Meisterin. Ich habe da schon Dinge mit ihr erlebt – ich sag nur Wandern in Tirol bei Schnee und Eiseskälte oder Fabi lernt Skifahren auf der Steinplatte. Holla. Die Frau hat einen Orden verdient.

Auch Ute war mir noch ein Trost. Wir haben noch etwas geredet und dann war ich so müde, dass ich gar keinen Gedanken mehr an Knötchen verschwenden wollte. Und der Gedanke, dass Kati sich gleich am Mittwochmorgen ins Auto setzt und mich besucht, hält mich bei Laune.

 

 

 

 


2 Gedanken zu “Die Therapie wird vorgestellt

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