Oh Porto-mio

Die letzten vier Tage sollten eigentlich relativ entspannt sein. Waren sie aber nur zum Teil. Denn wenn ich nicht gerade in irgendwelchen Arztpraxen oder in der Klinik sitze, dann bin ich anderweitig mit der Krankheit beschäftigt. Vorzugsweise mit der Organisation meines neuen Lebens.

Teure Medikamente

So habe ich am Donnerstag eine Liste mit allen Medikamenten erstellt und sie zusammen mit den Rezepten meiner Freundin Yvonne gegeben. Sie arbeitet in einer Apotheke und hilft mir dabei, die teuren Sachen etwas günstiger zu bekommen. Und die Liste ist lang – und die Apotheken in München sehr teuer.

Zum Vergleich: Mein Shampoo kostet in München 15,70 Euro. In der Apotheke in Thüringen so um die 12 Euro. Und Kleinvieh macht ja bekanntlich auch Mist.

Ich werde also etwas sparen können – vor allem bei dem Mistelmedikament (nicht rezeptpflichtig), dass ich selber zahlen muss. Das soll mich hier in München etwas um die 100 Euro im Monat kosten. Durch Yvonne „nur“ 65 Euro.

Wenn ich das mal hochrechne: Für die Zeit der Behandlung sind das sechs mal 35 Euro also 210 Euro, die ich einspare. Ich könnte mir also drei weitere Behandlungen dadurch leisten. Meine Ärztin meinte ohnehin, ich muss mir die Mistel fünf Jahre lang spritzen. Ich frage sie aber noch mal, ob das wirklich so ist.

Ein Auszug der Liste:

  • Helixor P 0,1 mg 8 Amp (grünes Rezept)
  • Iscucin Mali Stärke D (grünes Rezept)
  • Nux Vomica coup Globuli (grünes Rezept)
  • Nagellack mit Silikon – zum Schutz der Nägel während der Chemo
  • Handschuhe, die kühlen – zum Schutz der Nägel während der Chemo
  • Floradix 
  • etwas gegen Hautausschlag, Rötungen, Pickel 
  • Echinacin Liquidum Madaus
  • Emend 80 mg, 2 Hartkapseln (auf Rezept)
  • Dexamethason 4 mg Tabl N3 (auf Rezept)
  • Paspertin 10 mg Tabl N2 (auf Rezept)
  • Vomex A Supp N2 (auf Rezept)

Mal sehen, ob die Krankenkasse irgendetwas von den Medikamenten (grünes Rezept) übernimmt. Davon auszugehen ist nach einem Gespräch mit der AOK Hessen erstmal nicht. Möglicherweise die Globuli, weil sie homöopathisch sind. Für homöopathische Medikamente gibt’s im Jahr einen Zuschuss bis zu 240 Euro. Beim Mistelpräparat (Helixor, Iscucin) bin ich dagegen unsicher. Das könnte unter den Begriff Phytotherapie fallen. Aber ein Versuch ist es wert.

Neuer Smoothie, neue Kraft

Ich war auch groß einkaufen im Denree und habe danach gleich den „Green Power“ Smoothie entwickelt. Ich habe da so viel Grünzeug – unter anderem Grünkohl und Spinat – reingemixt, dass ich wirklich befürchtet hatte, der schmeckt voll eklig. Aber er war total lecker. Mein Favorit bisher.IMG_8989

Auch Kati ist so begeistert, von meinen Gemüse-Smoothies, dass sie fleißig daheim mixt, was das Zeug hält. Da hat sich doch meine frühere Arbeit als Gesundheitsjournalistin bezahlt gemacht. 🙂

Und ich muss sagen, mir macht das entwickeln neuer Rezepte wieder wahnsinnig viel Spaß. Das erinnert mich daran, wie ich mir damals für mein eigenes vegetarisches Magazin die Rezepte ausgedacht und probiert habe. Nur diesmal wird es ein Buch werden, vielleicht ein E-Book.

Katheter kürzen

Nach so viel Spaß war der Freitag dann ein schrecklicher Tag. Eigentlich wollte ich nur schnell zur Wundkontrolle in die Klinik und dann die restlichen Dinge meiner To-do-Liste erledigen. Aber der Arzt hat mich dabehalten und die Wunde noch mal aufgemacht.

Der Grund war, dass ich immer so Herzrasen bekommen hatte, nachdem mir der Port gelegt wurde. Das hieß, dass der Katheter zu nah am Herzen saß. Wohl kein Fehler des Arztes. Man würde das immer so machen. Nur junge Menschen haben dann mitunter die genannten Symptome. Und wenn ich Sport mache, dann könnte das ziemlich unschön werden.

Vor dem Eingriff hatte ich eigentlich keine Angst – nur vor den Betäubungsspitzen, denn die tun höllisch weh. Aber auch das hab ich überstanden und nach drei Zentimeter weniger Katheter rast mein Herz auch nicht mehr.

Danach hatte ich voll die miese Laune. Und auch ein langer Spaziergang über das Perückenstudio und die Shopping-Mall nach Hause konnte daran nichts mehr ändern.

Die schlechte Laune hielt sich sogar bis zum Samstag. Ich bin mit zwei Freunden an den Chiemsee zum Wandern gefahren und habe am Anfang nur gegrummelt. Das hat sich dank des super schönen Wetters, des Alpenpanoramas und des leckeren Essens dann etwas gelegt. Nur der Husten will einfach nicht weg. Langsam nervt der Hals. Ich hoffe, dass ich bis zur Chemo wieder gesund bin.IMG_9001


3 Gedanken zu “Oh Porto-mio

  1. huhu! ich hoffe dir gehts gut nach der kh nacht! hm… bekommst du dexa, paspertin und emend nicht von der klinik mit nach hause? ( hätte übrigens noch ne pkg paspertin zu hause falls bedarf bestünde… was ich aber nicht hoffe) liebe grüße ☺

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  2. Die Tabletten habe ich alle da. Ich soll sie aber nur an den zwei Tagen nach der Vergabe nehmen. Mir war auch nie so richtig übel, außer als ich mal ein Stückchen vom Bäcker gegessen hatte. Das war sicher der Zucker. Also lass ich den ganz weg und mir geht’s damit was den Magen betrifft ganz gut. Von Paspertin habe ich eine Großpackung. Ich glaube, das wird reichen bis zum Schluss. Wenn nicht, komme ich auf Dich zu.;)

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