Die zweite Chemo-Woche

Die zweite Woche fing etwas ungemütlich an. Am Wochenende bekam ich sehr raues Zahnfleisch und die Schluckbeschwerden wurden etwas mehr. Leider hatte ich nur gefrorene Ananaswürfel und Olivenöl zum Ziehen da. Das hat aber nur bedingt geholfen.

Dank wordpress haben mir zwei Bloggerinnen ein Mittel empfehlen können: Glandomed. Da am Montag Feiertag war, musste ich aber noch etwas warten. Feiertage werde ich die nächste Zeit wohl eher hassen lernen. Denn wie sich zeigt, kann jeden Tag irgendeine Nebenwirkung auftreten und die Apotheken sind geschlossen.

In eine Apo gehen, die dann auf hat, kann ich mir bei den ohnehin teuren Preisen nicht leisten. Die Apotheken in München schlagen dann nämlich ganz schön etwas drauf, wenn Sonntag oder Feiertag ist. Ich hatte mal an so einem Tag das Doppelte für ein Blasenpflaster gezahlt.

Pubertät in den Wechseljahren

Dazugekommen sind Pickel am Hals. Ich bin jetzt also eine Frau in den Wechseljahren (durch Enantone) mit pubertären Auswüchsen. Dazu kommen Altersflecke im Gesicht. Man, man, man … so etwas hatte ich mir ja schon immer in Kombination gewünscht.

Und wenn es nicht irgendwelche Hautirritationen oder Veränderungen im Mund sind, dann plagt mich anderes. So ist es mir ein Graus, Wasser mit Kohlensäure zu trinken. Ich war spazieren, hatte riesen Durst und es gab leider nix anderes im Biergarten, an dem ich vorbeikam.

Nie wieder Kohlensäure

Getrunken hatte ich nur etwa 100 Milliliter, weil ich wusste dass mir das schlecht bekommt. Danach habe ich drei Stunden lang aufstoßen müssen und dabei war mir immer mal wieder schlecht. Also merke: Immer eine Flasche Wasser ohne Kohlensäure in die Handtasche stecken.

Zudem denke ich, dass mir die Haare wohl bald ausfallen werden. Meine Kopfhaut tut an einigen Stellen etwas schmerzen. Es fühlt sich an wie Druckstellen, wenn man den Zopf zu fest gebunden hat.

Den Schweinehunden das Maul stopfen

Ansonsten hatte ich mit gefühlt Hunderten Schweinehunden zu kämpfen. Oh mein Gott, so was kannte ich bisher nicht. Am Montag und Dienstag war ich soooo träge. Ich wollte einfach nicht vor die Tür. Als ob mich jemand ans Sofa angekettet hätte. Das Wetter war aber auch sau schlecht. Also habe ich ein paar Hilferufe an Freunde abgesetzt und wurde sofort in den Hintern getreten.

Gut, das hatte geholfen. So bin ich am Dienstag sogar noch sechs Stunden Spazieren gewesen. Na gut, es war im Grunde eine kleine Shopping-Tour übers Perückenstudio. Dort habe ich noch wichtige Details geklärt und bin anschließend durch die Stadt gebummelt und  habe mir eine Dose für die ganzen Medikamente besorgt. Später bin ich dann zusammen mit Nicky rumgebummelt. Das hat echt gut getan.

Beschwipst ganz für umsonst

Mir ist von Zeit zu Zeit auch etwas schwindelig. Fühlt sich an, als hätte ich ein Gläschen Wein getrunken. Auch nicht schlecht, so brauche ich mir den Alkohol also nicht mehr kaufen. Eine Beschwipstheit gratis und Party to go.

Neben den vielen Zipperlein vertrage ich die Chemo ganz gut. Zum Glück. Meine Blutwerte vom Freitag sind auch in Ordnung. Nur mein LDH-Wert ist erhöht. Das deutet darauf hin, dass im Körper irgendwo Zellen absterben. Bei der Chemo ja kein Wunder.

Etwas Sorge bereitet mir, wie sich mein Gewebe verändert. Meine Arme und Beine werden total schlabbrig. Fühlt sich an wie Wackelpudding. Heißt umso mehr jetzt: Sport machen. Der Fitnessplan steht und den ziehe ich jetzt radikal durch. Komme, was wolle. Meine Muckies lasse ich mir nicht auch noch nehmen. Gegen den Haarverlust kann ich nix tun, da gegen hoffentlich schon.

Erneutes Therapiegespräch

Mein Onkologe hatte mich am Dienstag noch mal angerufen. Der neue Befund wurde beim Tumor-Board besprochen. Der Lymphknoten scheint definitiv befallen zu sein. Also wird man ihn bei der OP mit entfernen müssen. Außerdem noch ein paar mehr Lymphknoten als geplant. Herje.

Die gute Nachricht: Die Ärzte wollen immer noch brusterhaltend operieren. Ich kann aber, wenn ich möchte, alles Gewebe entfernen lassen – auch das der anderen Brust. Aussagefähige Studien, ob das die Chancen erhöht, dass der Krebs nicht zurückkommt, gibt es dazu nicht. Dazu mache ich mir jetzt aber erst mal keine Gedanken. Alles step by step.

Nebenwirkungen 2. Chemowoche:

  • angegriffene Mundschleimhaut
  • Schluckbeschwerden
  • Akne
  • Antriebslosigkeit/ Müdigkeit
  • Kopfschmerzen
  • ab und an leichter Schwindel

 

 

 

 

 


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