Eine Nacht im Krankenhaus

 

Der Freitag fing so fantastisch an und endete auf relativ unschöne Weise. Zunächst einmal: Mir ging es gestern sau gut. Ich bin schon früh aufgestanden, habe ein paar organisatorischen Kram am Computer abgearbeitet, mich dann in meine Sportklamotten geschmissen und bin 8.00 Uhr zum Blutabnehmen zu meinem Hausarzt gegangen.

Danach war ich eine große Runde joggen – wie gut das tat. Anschließend war ich noch bei Ikea. Die Fundgrube ist gerade mein Lieblingsplatz. Denn ich habe in den letzten Tagen meine kreativen Fähigkeiten entdeckt. In der Fundgrube gibt es immer Einzelteile, Bretter, Stoff für einen Apfel und ein Ei. Das macht richtig Spaß, dort Dinge zu entdecken und umzufunktionieren. Ich liebe auf Pinterest die DIY-Beiträge wie nix.

Okay, nach so viel Shopping habe ich auch was Schönes bekommen. Wie gesagt, für wenig Geld. Dann ab nach Hause und basteln. Was voll Spaß gemacht hat. Am Abend bin ich noch mit Pikria zu einer Vernissage. Auch das war toll und tat so unheimlich gut. Hübsch machen, aufbrezeln. Ich sah aus wie eine coole Kunstkennerin. Und die Haare sind ja auch noch dran.

Bis dahin war es ein so wunderschöner Tag. Kurz vor 22.00 Uhr rief mein Hausarzt an. Oh wei. Ich bin schnell vor die Tür, um zu hören, was er zu sagen hat. Also: Meine Leukozyten sind bei 1.200. Ein wirklich, wirklich niedriger und somit schlechter Wert. Weil er besorgt darüber war, hat er mich sofort nach Hause geschickt und mir geraten, in der Klinik anzurufen. Mein Infektionsrisiko sei jetzt viel zu hoch.

Ich habe sofort den polnischen Abgang gemacht. Gut, dass die Galerie gleich über der Strasse liegt und ich es nicht weit habe. Mit der Klinik am einen und meiner Nicky am anderen Ohr habe ich dann entschieden, noch in der Nacht ins Krankenhaus zu fahren. Der anhaltende Husten hat die Ärztin dort in Zusammenhang mit dem neuen Blutbild hellhörig gemacht. Sie meinte, sie will eine Lungenentzündung ausschließen und mir Antibiotika verschreiben.

Nicky war so lieb und hat mich in die Klinik gefahren. Leider mussten wir dort erst einmal warten, warten, warten, weil die Ärztin zu einer Not-OP gerufen wurde. Danach wurde mir wieder Blut abgenommen, ich musste eine Urin-Probe abgeben und zum Röntgen. Danach aber war klar: keine Lungenentzündung.

Das hatte ich auch nicht angenommen. Allerdings aus den falschen Schlüssen. Ich war in der Annahme, dass das mit Fieber einhergeht. Bei so niedrigen Leukozyten-Werten ist das ein Trugschluss. Denn die Alarmglocke des Körpers funktioniert ja nicht mehr. Sprich: Sind die Leukos normal, reagiert der Körper mit Fieber. Weil er es kann. Sind keine oder wenige Leukos da, erfolgt auch keine oder kaum eine Reaktion in diese Richtung, wie die Ärztin uns erklärte. Okay, das leuchtet ein.

Eine Woche lang muss ich jetzt Antibiotika nehmen und am Montag noch mal Blut abgeben. Für mich heißt das jetzt auch, sieben Tage keinen Sport. Ich darf nicht unter viele Menschen und muss mich schonen. Verdammt. Bei dem schönen Wetter wollte ich Joggen und zum Bergwandern. Das fällt jetzt flach.

Für das erste richtig schöne Wochenende und meine Spot-Challenge heißt das jetzt Planänderung. Ein paar Situps sind sicher drin und Nicky und ich überlegen uns was Schönes für draußen.

Etwas Positives von letzter Nacht habe ich aber noch mitnehmen können: Am Abend waren meine Leukozyten wieder etwas gestiegen. Das lässt hoffen, dass die am Montag wieder in Ordnung sein werden.

 


6 Gedanken zu “Eine Nacht im Krankenhaus

  1. Ist es die letzte Woche vor der Chemo? Dann ist es klar. Wie ist denn dein Zyklus? Zweiwöchig oder dreiwöchig? Bei mir ist er dreiwöchig. Die Woche vor der Chemo fallen meine Leukos immer auf 1200. In der Woche darf ich gar nichts machen. Dann ist man an anfälligsten. Generell sollte man bei den starken Chemos aufpassen, dass man nicht zu viel Sport treibt und auf Menschenansammlungen verzichten. Das kann gefährlich werden. Ich hatte in meinem ersten Zyklus auch das Problem, dass ich mir eine Atemwegsinfektion zu zog. Das war nicht lustig. Von daher pass gut auf dich auf. Und ruhe viel. Der Körper braucht Ruhe um die Chemo zu verarbeiten. (Nur ein gutgemeinter Ratschlag) ❤

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    1. Ja, es ist die letzte Woche vor der Chemo. Ich bekomme alle drei Wochen EC. Dann nach 3,5 Monaten wöchentlich ein Taxol.
      Jetzt weiß ich ja, worauf ich mich einzustellen habe. Wobei mir die Ärzte generell angeraten haben, viel Spotz zu treiben. Vielleicht sollte ich für diese Wochen mit Yoga anfangen. Das müsste doch vertretbar sein.

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      1. Witzig wie die Meinungen der Ärzte auseinander gehen. Bei mir haben sie gesagt, am Anfang eher wenig Sport, wenn man nachher das Taxol bekommt, ist es kein Problem Sport zu treiben. Yoga ist bestimmt gut. Werde ich mir auch anschauen. Ich muss sagen, dass ich in der ganzen Zeit meiner AC Vergabe nicht wirklich viel machen konnte. Es hat mich sehr müde gemacht. Und kraftlos noch dazu. Ich bekomme nächste Woche meine 4. und letzte Chemo mit AC… Dann den Zyklus noch abwarten, dann geht’s los mit Taxol. Dann werde ich langsam mit Sport anfangen.

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  2. ich war vorher schon nicht sportlich… somit hab ich während der chemo auch nicht damit angefangen. dafür aber mit yoga! damit ich nicht mit vielen menschen in einen raum musste, mein arzt hatte mir davor auch abgeraten besonders in woche 2, hab ich einen online kurs gefunden. es gibt sogar studien die zeigen, dass nebenwirkungen gemildert werden durch yoga. sollte man aber mit dem arzt abklären, da manche übungen eine große belastung für den brustmuskel sind. meine osteopathin hat mir gestern leider mitgeteilt, dass sie mir bis zum ende der bestrahlung erstmal vom yoga abrät… da der muskel durch die thermische belastung schon genug zu tun hat. also steig ich auf mehr spazieren und meditation um 🍀 alles gute weiterhin

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