Chemo – die dritte Woche

 

Verdammt, meine Leukos sind immer noch nicht gestiegen. Am Montag war ich erneut zur Blutabnahme – das nervt langsam. Ich hatte so gehofft, dass mein Knochenmark ganz, ganz viele neue Leukos produziert. Doch stattdessen passiert fast nix. Der Wert liegt gerade mal bei 1.300. Damnit.

Info: Bei einem gesunden Menschen liegt der Wert zwischen 
4.000 und 10.000. 
Leukozyten sind so eine Art Polizei des Körpers. 
Sie erkennen und zerstören Fremdkörper 
und Krankheitserreger. 
Ist der Wert zu niedrig, besteht erhöhte Infektionsgefahr.

All das Zeugs was ich esse und schlucke bringt offenbar nicht viel. Oder aber vielleicht wäre es ohne schlimmer?

Ich hatte mich genau an die Anweisungen der Ärzte gehalten: Sport treiben, an die frische Luft gehen, viel Gemüse, vollwertige Lebensmittel, viel Wasser trinken, Sanddorn-Muttersaft, Floradix, Echinacea, Tee …

Alles, was helfen soll, habe ich intus: Vitamin C, A, Selen, Eisen, Zink

Mhhh, und jetzt muss ich hoffen, dass bis Freitag die Leukos so steigen, so dass die nächste Chemo gemacht werden kann. Am Montag ist nämlich der 2. D-Day. Wenn bis dahin nix passiert, dann müssen wir aussetzen, verschieben.

Genaueres wird am Freitag erörtert. Bis dahin heißt es: Menschenansammlungen vermeiden, lieber bei dem Wetter daheim bleiben oder dick anziehen beim Spaziergang.

Ich darf bloß keinen Infekt bekommen. Da ich diesen blöden Husten hatte und Antibiotika nehme, kann ich keinen Sport treiben. Das ist ganz schön ätzend. Denn gerade Sport soll helfen, die Leukos zu erhöhen.

Etwas für die Leukos geben, will mir die Klinik nicht. Ich hatte gelesen, dass es Mittel wie Neulaster gibt, die verabreicht werden und danach gefragt. Mein Onkologe meinte, das ginge jetzt nicht. Wir könnten aber überlegen, bei der nächsten Chemo ein Mittel zu verabreichen.

Die Krux daran ist: Ich fühle mich topfit. Ich würde so gerne ins Fitnessstudio gehen oder eine Runde joggen.

Eine Woche fast ohne Nebenwirkungen

Davon mal abgesehen: Von den Nebenwirkungen ist diese Woche sehr angenehm. Das einzige, was mir auffällt: Meine Kopfhaut schmerzt etwas und ich kann einzelne Haare einfach so rausziehen. Das spricht dafür, dass mir in den nächsten Tagen die Haare ausgehen werden.

Besonders ärgerlich aber ist, dass die Krankenkasse mein Rezept für die Perücke immer noch nicht erhalten hat. Das Zweithaarstudio hatte mir versprochen, sich diesmal sofort darum zu kümmern.

Ich bin so sauer auf diese Leute. Das Rezept habe ich dort Mitte April abgegeben. Letzte Woche hatte ich festgestellt, dass sie es nicht eingereicht haben. Weil eine Unterschrift von mir gefehlt hatte. Mal bei mir anzurufen, darauf sind die dort nicht gekommen. Was für ein Bockmist. Man könnte meinen, die haben es nicht nötig, Geld zu verdienen.

Wenigstens ist meine Kasse bereit, das mit dem Studio ganz schnell zu klären – notfalls per Fax. Dann hoffe ich, dass die sich da heute irgendwie einigen können, damit ich die Perücke abholen kann.

 

 

 

 

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4 Gedanken zu “Chemo – die dritte Woche

  1. huhu, hatte im ersten zyklus fieber mit stationärem aufenthalt bei 1.000 leukos… mit neulasta war alles tiptop! die spritze wird immer 24 stunden nach der chemo gegeben. die leukos erholten sich schnell. bei mir explodierten sie nach ein paar tagen auf über 80.000 und 5 tage darauf warens nur noch 2.200. hatte auch kaum nebenwirkungen. nur etwas gelenkschmerzen. die eine woche kriegst du auch noch so rum! ich freu mich, dass es dir mit den nebenwirkungen so gut geht! 🙂

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  2. Hey, super ärgerlich mit der Perücke… Hoffentlich klappt das bald. Von Leukos habe ich keine Ahnung, aber was passiert, wenn sie nicht steigen? Drücke dich ❤️

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  3. Hey ho! Das mit den Leukos kenne ich zu gut 😀 Da ging es mir genauso. Die Spritze kann halt nur ein Tag direkt nach der Chemo gegeben werden, damit der Körper angeregt wird neue weiße Blutkörperchen zu produzieren. später dann nicht mehr. Ich vermute, dass die weißen Blutkörper bzw. der Körper einfach nicht so schnell nachkommt, wie die nächste Chemo ist. Das wäre dann kontraproduktiv. Mach dir auf jedenfall kein schlechtes Gewissen, dass dein Körper nicht mehr kann. Du steckst zwar ihn ihm aber der tut an sich was er will. Ich habe mich meistens auch gut gefühlt trotz der niedrigen Leukos, meistens war ich dann ebenfalls sehr überrascht, dass sie im Keller lagen. Lg Onko

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