Die Herrin der guten Laune

Gerade noch scheint mir die Sonne aus dem A… und schon kommt Gollum des Weges daher. Ja, ihr habt richtig gelesen. Meine Gemütslage lässt sich gerade besser nicht beschreiben. Von der einen auf die andere Minute ändert sich meine Laune merklich.

Noch bin ich das strahlende Madl mit keck blitzenden Augen, dass schwingenden Ganges die Straße hoch läuft. Und dann: Von der einen auf die andere Minute verwandelt sich diese Frohnatur in eine mürrische, fiese Kreatur. Fast so, als wäre ich schizophren.

Nun stellt sich die Frage, ob Knötchen wirklich an allem Schuld ist. Schwer zu beantworten diese Frage? Eigentlich nicht. Man muss  nur der Sache wie ein Forensiker auf den Grund gehen, die Lage sezieren, kleine Partikel analysieren, Zeugen befragen, um dann den Schuldigen festzumachen, ihn anzuklagen, ihn zu verurteilen.

Betrachten wir also die Fakten. Zu 80 Prozent geht es mir richtig gut, nahezu fantastisch. Die Nebenwirkungen halten sich in Grenzen und lassen sich gut behandeln. Der Tag ist gefüllt mit Sport, sozialen Aktivitäten und notwendigen, administrativen Dingen. Un wie erwähnt: Mir scheint manchmal wirklich die Sonne aus dem A…

Wann ist das so? Immer, wenn ich an der frischen Luft bin: Beim und nach dem Joggen (ich jogge jeden Tag), beim Spazierengehen, beim Shoppen, beim Tsgebuchschreiben (Blog), wenn ich mit Freunden telefoniere, beim Häkeln, Klavierspielenlernen, beim Spiel mit meiner Katze.

Wann ändert sich meine Laune? Wenn ich wieder einmal unkommentiert einen Befund vom Klinikum im Briefkasten habe – wie gestern zum Gentest (später dazu mehr). Wenn es regnet und ich daheim bleiben muss. Wenn mir der ganze Papierkram (Anträge Versicherungen, Steuererklärung, etc.pp) über den Kopf zu wachsen scheint, das Geld wegen der Medikamente und der teuren Nahrungsergänzungsmittel immer knapper wird. Wenn dunkle Gedanken am Horizont aufziehen wie Nimbostrati – diese großen, tief hängenden Regenwolken.

Wenn die Ärzte nach zwei Wochen plötzlich doch noch entscheiden: Der Lymphknoten wird mittels Biopsie auf Krebszellen untersucht. (Und ich weiß noch, wie weh das tun kann…)

Ja, das vertreibt mir die Sonne am A… und bringt den fiese Gollum ans Tageslicht, der dann sein Unwesen treibt.

Bis auf das Wetter ist es also wirklich Knötchen, das für meine wirklich miese, miese Laune verantwortlich ist. Zum Glück herrscht die nicht allzeit vor. Wie gesagt, überwiegend geht es mir richtig gut und Gollum lässt sich schnell wieder vertreiben. Meinen Schatz (meine gute Laune) bekommt der nicht. Der Trick: Entweder rausgehen an die frische Luft oder an eine besonders schöne Zeit denken, in der ich relaxt und glücklich war: Australien!!! Down Under ist mein Safe-Raum, ein Ort an dem ich sicher bin – immer wenn ich daran denke.

 

 

 

 

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3 Gedanken zu “Die Herrin der guten Laune

  1. Gollum und Knötchen…das sind echt immer noch irgendwie ganz liebevolle Bezeichnungen für was echt nerviges, störendes- ich finde das voll klasse, wie du so damit umgehen kannst 😃 Danke für deinen Bericht! Es macht echt sogar Spaß bei dir über das nicht so leichte und angenehme Thema zu lesen! -unbedingt-weitermach-wünsch-Alles Liebe&Gute für dich

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