5. Chemo-Woche – Läuft!

Was soll ich sagen?! Mir geht es richtig gut. Die Zipperlein (Nebenwirkungen) halten sich in Grenzen. Bis auf das Sodbrennen, das nun langsam auch verschwindet, den fortschreitenden Haarausfall (Mein Kopf sieht aus wie eine Kraterlandschaft), kleineren Müdigkeitsattacken ist alles soweit in Ordnung.

Meine Leukozyten sind momentan bei 1.500, was in Anbetracht der Zytostatika und dem Zeitrahmen sozusagen normal ist. Ich muss eben aufpassen: Große Menschenansammlungen und vor allem Kranke meiden, keine öffentlichen Verkehrsmittel benutzen, Stress vermeiden und mich immer dem Wetter entsprechend gut anziehen.

Meine psychische Verfassung ist auch super – bis auf ein paar Stimmungsschwankungen. Doch die dunklen Wolken ziehen wie das miese Wetter dann doch immer weiter. So dass ich mich wirklich nicht beklagen kann.

„Ein Hoch“ auf die Ärzte

Diese Woche habe ich noch einige Arzttermine. Ich muss den Herren und Damen jedes Mal auf die Füße treten. Sonst rührt sich da gar nix.

Erinnert ihr Euch? Ich musste noch mal zum Sono, weil meine Ärztin sich den Sentinal anschauen wollte. Das hat aber eine andere Ärztin gemacht. Den Befund dazu bekam ich – ihr werdet es erraten – nach Hause geschickt. Niemand rief mich dazu an. Der Befund wurde auch nicht im Tumor-Board wie angekündigt besprochen. Also habe ich hinterhertelefoniert.

Der Befund – übrigens unauffällig – wurde dann am Ende erst nach 1,5 Woche im Tumor-Bord besprochen. Wieder rief mich niemand an. Also habe ich erneut die Ärzte nerven müssen. Das Ergebnis: Sie wollen jetzt doch eine Stanze also Biopsie machen.

Nur noch mal zu Erinnerung: Das MRT mit dem Befund Auffälliger Lymphknoten war vor einem Monat!!! Was ist da bitteschön am Klinikum rechts der Isar los??? Und ist das überall so ein Chaos? Ich dachte immer, in einem Brustzentrum sind die Ärzte miteinander vernetzt und tauschen sich untereinander aus. Das scheint alles andere als der Fall zu sein.

Also: Ich muss am Dienstag zur Biopsie. Ich bin da kein Freund von. Es wird wieder höllisch wehtun. Und das Risiko, dass Krebszellen dadurch in gesundes Gewebe transportiert werden können, find ich auch ziemlich uncool. Bleibt aber die Hoffnung, dass mein Lymphknoten nicht befallen ist.

1. Befund vom Gentest

Am Samstag flatterte im Übrigen ein weiterer Befund ins Haus. Der Gentest. Ich machte den Brief auf und las nur das Wort Gene. Da musste ich mich erst mal sammeln und auf die Treppe setzen.

Nachdem ich den halben Roman überflogen hatte, war klar: Der Bluttest steht noch aus, es ist nur das Ergebnis der Familienanamnese. Demnach habe ich ein fast 7prozentiges Risiko, an Krebs (Eierstöcke, Brust) zu erkranken. In den nächsten 30 Jahren liegt es bei 13 Prozent. Scheint eher so, dass mein Krebs nicht genetisch bedingt ist? Ich weiß es nicht, weil ja kein Arzt mit mir spricht.

Auf den Bluttest muss ich jetzt noch bis zu sechs Wochen warten. So steht es im Brief.

Geregelter Tagesablauf

So langsam strukturiere ich auch meinen Tagesablauf. Der muss nämlich geregelt sein, sonst kommt das schwarze Loch wieder.

Mein Tag fängt daher mit Blogschreiben an. Das dauert etwa eine halbe Stunde. Danach geht es zum Joggen. Seit der 5. Chemo-Woche drehe ich jeden Tag eine Runde im Englischen Garten. Davor war es an jedem zweiten Tag. Ich bin sogar schon etwas größere Runden gejoggt, meist mit zweimal Intervall. Aber ich hab es geschafft und sogar ein paar Leute beim Laufen überholt. Ich bin da ziemlich stolz drauf, weil ich anfangs der Chemo schon etwas kraftlos war.

Und Sport soll sich auf die ganze Therapie sehr gut auswirken. Das gehört ja zum Motto: Knötchen in den Allerwertesten zu treten.

Nur ins Fitnessstudio schaffe ich es nie. Ich traue mich irgendwie nicht. Wie soll ich da aufschlagen? Mit Perücke geht nicht, die schwitze ich sonst voll. Ich wünschte, mir wäre das wurscht so wie beim Joggen. Aber da laufen die Leute einfach an einem vorbei und starren nicht so blöd. Im Studio kann ich nicht einfach um die Ecke laufen und das war’s.

Nun ja, am Mittwoch habe ich sowieso meinen Sport-Beratungstermin an der Uniklinik. Die machen dann einen Fitnesstest und stellen mir ein Programm zusammen. Das gibt es dann auf Rezept. Ob ich das Studio dann noch brauche? Das sehe ich am Mittwoch.

Nach dem Frühsport gehe ich noch zum Bio-Bäcker frische Vollkornbrötchen ohne Weizen oder Brot kaufen. Dann gibt es erst mal ein richtig leckeres Frühstück.

Gegen Mittag kommt etwas Hausarbeit dazu, Kochen und dann ’ne Runde Ausruhen auf dem Sofa. Dabei gibt’s für mich immer eine Stunde Shopping Queen. Frau gönnt sich ja sonst nichts. 😉

Am Nachmittag ist jetzt immer Handarbeit, Lektüre und Klavierspielen eingeplant. Meine Freundin Pikria ist eine strenge Lehrerin. Sie weiß, wie viel Zeit ich habe. Also hat sie mir viele Hausaufgaben mitgegeben. Da heute meine nächste Unterrichtsstunde ist, muss ich mich noch etwas ranhalten.

Auf meiner To-Do-Liste steht übrigens immer noch die Steuererklärung. Die ist für diese Woche immer nachtmittags eingeplant. Wie ich mich schon darauf freue…

Aber wie gesagt: Mir geht es richtig gut.

 

 

 

 

 


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