9. Chemo-Woche und ein Highlight

Jetzt habe ich schon die 9. Woche Chemotherapie hinter mir. Wie die Zeit vergeht. Unfassbar.

Die dritte Woche eines EC-Zyklus nenne ich immer die Urlaubs-Woche, weil zum einen  die Nebenwirkungen abklingen und zum anderen die Termine weniger werden. Doch dachte ich letzte Woche noch, ich hätte diese Woche mega viel Zeit zum Nichtstun, weitgefehlt. Ich und Nichtstun. Das paast irgendwie nicht zusammen. Das gab es nie und wird es wohl auch nie geben. Hätte ich mir ja gleich denken können.

Die Woche war wieder voll mit Terminen. Zwei mal Arzt, einmal Sporttherapie, Verabredungen und ansonsten musste ich jede Menge administrativen Kram erledigen: Versicherungsgedöns, Steuererklärung und, und, und. Da ich mich derzeit mit meinem Chemo-Brain herumplage, zieht sich das natürlich etwas. Aber schlimm ist das jetzt auch nicht wirklich.

Ansonsten war es eine schöne Woche mit überschaubaren und gut zu ertragenden Nebenwirkungen, EM-Halbfinale-Schauen im Drugstore und alkoholfreiem Bier und mit einem Highligh zum Schluss: Bergwandern.

Am Samstag habe ich mich zum erstem Mal wieder auf einen Gipfel getraut. Da ich vor dem Wandern etwas Schiss hatte wegen meiner Kondition, haben Andy und ich extra mehr Zeit für die Tour eingeplant. Besonders vor steilen Anstiegen hatte ich etwas Bammel. Treppensteigen ist ja dank Chemo nicht so einfach. Danach bin ich immer außer Puste. Und mein Knie muckeln derzeit wegen den Wassereinlagerungen – verursacht durch die Zytostatika.

Krafttanken vor der 4. Chemo

Zum Eingrooven in die Wandersaison haben wir uns dann für Lengries entschieden. Da gibt es eine Bergbahn. Ab der Station lassen sich ganz tolle Wanderungen unternehmen. Wir hatte uns für eine vier Stunden-Tour entschieden mit, wie sich herausstellte, doch teils steilen Anstiegen. Der Aufstieg zu den Gipfelkreuzen ab Station ging erstaunlich gut. Wir kamen sehr zügig voran, so dass wir am Ende unsere Tour um eine kleine Route erweitern konnten. Ich glaube fast, ich war noch nie so schnell am Berg unterwegs. Und mit Pulsmesser war ich immer schön auf Nummer sicher. Nie mehr als 150. 🙂

Es war so schön, wieder in den Alpen rumzuwandern. Die Luft, das Panorama, die Natur – das macht so glücklich und zufrieden, dass man einfach nur dankbar ist, dass man lebt und das alles genießen kann. Na gut, und die gute Gesellschaft war auch nicht ganz unschuldig daran. (@Andy: Nicht dass ich Dich vergessen würde. :P)

Ich bin stolz auf mich und freue mich riesig, das tun zu können, was ich liebe – trotz Chemo. Und genau das habe ich gebraucht vor dem letzten und damit 4. EC-Termin Morgen. Noch mal Kraft tanken, positive Energie holen, das Leben inhalieren.

Nebenwirkungen 9. Chemo-Woche

  • Knie-Schmerzen
  • Rückenschmerzen
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Gedächtnisstörungen
  • leichte Müdigkeit am Nachmittag
  • Hitzewallungen

 

 

 

 

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