3. Screening – stable disease

Am Mittwoch durfte ich wieder zum Screening. Ich hatte so gehofft, dass Knötchen weiter schrumpft. Doch der Ultraschall zeigte, dass sich von der Größe her nicht viel getan hat.

Meine Ärztin meinte, wir hätten jetzt ein stable disease. Das bedeutet, dass er nicht gewachsen und nicht geschrumpft ist. Allerdings sei er sehr „matschig“ geworden. Das heißt, er scheint sich im Inneren aufzulösen. Aber so genau kann man das noch nicht sagen. Das könnte sowieso nur der Pathologe nach der OP. Der stellt dann fest, ob es noch lebende Zellen gibt oder ob alle (betrifft das entnommene Gewebe) vernichtet wurden.

Für mich war das schon ein kleiner Schlag in die Magengrube, hatte ich mir doch nach dem 2. Screening (Tumor schrumpft) mehr versprochen. Meine Ärztin schien dennoch sehr optimistisch. Außerdem habe ich jetzt mit dem Taxol und den Antikörpern angefangen. Das soll viel stärker gegen Knötchen wirken.

Ein Tumor wie ein Schuh

Ich habe mir die Aufnahmen einmal abfotografiert.

Aufgrund der Form sind die Maße gar nicht so einfach zu bestimmen. Es kommt demnach darauf an, an welchen Stellen der Arzt den Tumor markiert, um zu messen. Im ersten Bild sitzen die Punkte an anderen Stellen als auf dem zweiten und dritten. Zudem sind die Aufnahmen nie ganz identisch.

So war ich auch verwundert, weshalb mein zweites Screening-Bild höhere Werte ausspuckt. Denn mir wurde damals gesagt, dass der Tumor kleiner geworden ist. Vergleicht man jetzt aber nicht nur die Messwerte sondern auch das Bild, zeigt sich, dass die Messpunkte nicht identisch sind. Bild zwei und drei allerdings sind gut zu vergleichen. Die Punkte sind fast gleich.

Außerdem sieht Knötchen jetzt irgendwie aus wie ein Schuh. Hallo Ironie. Hat das vielleicht etwas mit meinem Schuhtick zu tun?

Nun ja, ich klammere mich jetzt an zwei Aussagen der Ärztin:

  • Knötchen – oder soll ich ihn umtaufen in Slipper? – ist matschig (löst sich wohl von innen auf)
  • Taxol und Antikörper wirken stärker gegen die Krebszellen als EC

Zweifel, nichts als Zweifel

Nach dem Screening war ich ganz schön down. Das Gehirn ratterte und ratterte. Die Zwiegespräche zwischen meinem starken und meinem ängstlichen Ich wollten nicht aufhören. Da kamen Fragen wie:

  • Wenn ich die Chemo so gut vertrage, kann das dann auch positiv für den Krebs sein?
  • Dem anschließend: Mache ich zu viel Sport und aktiviere dadurch vielleicht Gene, die auch die Tumorzellen schützen?
  • Sollte ich doch wieder komplett auf ketogene Ernährung umstellen und die 25 Prozent KHs vom Speiseplan streichen?
  • Wirkt die Therapie nicht und ich mache das für umsonst?
  • Mache ich irgendetwas falsch?

Letztere Frage lässt mich an die Worte meiner Ernährungsberaterin von der Uni-Klinik denken: „Sie können nichts falsch machen“ (bezogen auf meine Ernährung und den Sport)

Solche Gedanken aber kommen automatisch. Meist diskutiert mein starkes Ich das schwache Ich in Grund und Boden. Aber nicht immer. Manchmal ist das schwache stärker. Dann ist es gut, wenn die Freunde stark für einen sind. Helga und Pikria hatten diesbezüglich am Mittwoch Großartiges geleistet. Helga mit ihrer Nützt-ja-nix-Du-nimmst-das-wie-es-ist-und-machst-das-Beste-daraus-Art und Pikria, die mir klar machte, dass mich der Krebs bisher nicht kleinbekommen hat und eben nichts falsch daran ist, was ich mache. Im Gegenteil. Na dann, weiter so. Chaka!

 

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