Das Ergebnis Gentest liegt vor

Nach fünf Monaten ist es endlich soweit. Das Ergebnis meines Gentests liegt vor. Das teilte mir die Klinik vergangene Woche in einem Brief mit. Ich solle einen Termin vereinbaren, hieß es. Also habe ich am Montag zum Hörer gegriffen. Statt eines Termins bekam ich sofort das Ergebnis mitgeteilt. Auch nicht schlecht…

Der Gentest ist negativ. Das ist super, denn alle zehn untersuchten Gene sind top. Keine Auffälligkeiten bzw. Mutationen. Das heißt, mein Krebs ist offenbar nicht vererbt. Ganz ausschließen können das die Ärzte nicht, denn man kennt vielleicht noch nicht alle Gene.

Irgendwie hatte ich das schon so im Gefühl. Vielleicht wisst Ihr, wie das ist: Man weiß etwas, ohne dass man die Bestätigung braucht. Für mich war von Anfang an klar: Es ist der Stress, der bei mir den Krebs ausgelöst hat. Stress gehörte bisher immer zu meinem Leben. Ich habe neben der Schule gearbeitet, neben dem Studium. Noch dazu war mein Studium sehr lernintensiv und voller Druck von oben.

Nach dem Studium habe ich fast immer unter extremen Zeitdruck gearbeitet – mit wenigen Ausnahmen. Erst in den letzten beiden Jahren hat sich das etwas gelegt. Nur ganz abstellen, das ging auch in meiner jetzigen Redakteursstelle nicht. Die Nachrichtenlage ist nunmal einfach wie sie ist. Da können schon mal drei Eilmeldungen auf einmal aufschlagen, während man im Spätdienst in der Redaktion allein die Stellung hält.

Dass Stress Krebs auslösen kann, darüber sind sich die Wissenschaftler noch uneins. Einige Mediziner vertreten die These, dass Stresshormone Krebs auslösen können. Meine Ärztin am Klinikum sieht das auch so und hat mir deshalb allen Stress verboten. Über diese Thematik werde ich sicher noch mal etwas ausführlicher berichten.

Das erste mal in meinem Leben bin ich nun stressfrei. Und das fühlt sich gut an.

Was der Gentest bedeutet

Zurück zu meinem Gentest. Nachdem mir das Ergebnis mitgeteilt wurde, rief mich eine Ärztin ein paar Stunden später noch einmal an. Sie erläuterte, was das Ergebnis für mich bedeutet.

Zunächst einmal heißt das, es wird wohl wie geplant brusterhaltend operiert. Ich habe also Glück. Wäre mein Test positiv, dann wäre eine Brustamputation (Mastektomie) und die Entfernung der Eierstöcke und Eileiter angeraten. Denn bei Mutationen im BRCA1- oder BRCA2-Gen ist auch das Risiko für Eierstockkrebs erhöht. Damit soll das Risiko verringert werden, dass der Krebs zurückkommt. Mit meinem Ergebnis sinkt für mich demnach das Risiko, noch einmal an Krebs zu erkranken erheblich.

Die Ärztin empfiehlt zudem künftig eine Computertomografie der Brust.
Diese Untersuchung soll bei dichter Brust ergänzende Informationen liefern. Eine Mammographie oder Ultraschall seien weniger aussagekräftig, so die Ärztin. Die Empfehlung will sie all meinen Ärzten aussprechen. Wenn mir das die qualvolle Mammographie erspart, die Strahlungsbelastung nicht erhöht und bessere Ergebnisse liefert … bitte, gerne.


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