Postoperative Phase

Meine BET (brusterhaltende OP) fand am Freitag, den 2. Dezember statt. 13:30 Uhr lag ich auf dem OP-Tisch und gegen 16:30 Uhr war ich wieder auf meinem Zimmer. Noch benommen von der Narkose. Meine Helga wartete dort auf mich, was das alles wirklich erträglich machte. Und ich war im Redeschwall. Sicher war dies nicht nur auf die Narkose zurückzuführen. Ich rede einfach gern. 😉

OP-Verlauf gut

Ich hatte zum Glück keine Schmerzen und die Schwestern auf Station kümmerten sich rührend um mich. Gegen Abend kam statt meines Chirurgen seine Assistentin zu mir und berichtete von der OP. Alles sei gut verlaufen, man habe nur einen oder vielleicht zwei Lymphknoten entnommen, etwas Gewebe und Mikrokalk. Die Wunde wurde noch kurz inspiziert und dann war sie auch schon wieder weg.

Am Abend musste ich noch ein paar Schritte machen. Man oh man, das fühlte sich an, als wolle ich einen Gipfel im Eiltempo besteigen. War leider gar nicht gut. Aber ein Muss. Die arme Schwester. Ich bin aber dann gleich wieder ins Bett. Schlafen!

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Angeschwollene Brust – ein Schreck

Am nächsten Tag wurde der Druckverband entfernt und ich zog einen Sport-BH an. Die Ärztin meinte, dass alles super aussieht. Doch im Laufe des Tages schwoll meine Brust so extrem an, dass sich eine Schwester große Sorgen machte. Oh man.

Meine Drainage funktionierte offenbar nicht mehr. Die Vermutung der herbeigerufenen Ärztin war, dass sich Wundwasser in der Brust sammelt und es nicht richtig abfließen kann. Also habe ich den Sport-BH gewechselt (zum Glück hatte ich zwei dabei) und die Frau Doktor hat dann den Drainage-Schlauch noch mal gesäubert. Danach lief es wieder, aber nicht wesentlich besser.

Um den Kopf etwas freizubekommen und nicht an den Worst Case (noch mal OP) zu denken, bin ich ein bisschen auf Station herumgelaufen. Mit meinen Freunden dann auch im ganzen Krankenhaus. Ob ich das durfte? Keine Ahnung. Aber hat gut getan, sich zu bewegen. Und in der Kirche waren wir auch.

Die anderen Mädels, die am gleichen Tag operiert wurden, konnten kaum aufstehen. Eine hatte so niedrigen Blutdruck, dass ihr schlecht war. Ich habe die Damen in ihrem Dreibettzimmer immer mal besucht und mit ihnen geschwätzt. Und glaubt mir: Dreibettzimmer ist wirklich nicht so doll. Viel zu eng, muffig und keine Privatsphäre. Aber nett war’s trotzdem die Mädels dort zu besuchen.

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Schnell wieder entlassen

Nach 3,5 Tagen wurde ich wieder entlassen, weil es mir so gut ging. Die Brust ist nicht mehr größer geworden und mein Chirurg sagte, dass alles super aussieht. Was war ich froh, denn in diesem Krankenhausbett habe ich fast kein Auge zu bekommen. Mein ganzer Rücken hat so geschmerzt. Und man darf ja nur auf dem Rücken schlafen – auch jetzt noch, eine Woche nach der OP.

Meine Nicky war so lieb und hat mich abgeholt. Und seitdem wird es jeden Tag ein bisschen besser. Im Arm zwickt und zwackt es immer mal. Dann mache ich meinen Übungen: Schulterkreisen, Massageball drücken, Arm schütteln, mit der Hand an der Wand nach oben gehen usw.

Physio, Physio und noch mehr Physio

Zudem muss ich morgens und abends eine spezielle Salbe rund um die Wunde auftragen. Und zwei bis drei mal in der Woche gehe ich zur Lymphdrainage. Das tut richtig gut. Die Mädels in der Manufaktur wissen, was sie tun. Ich habe danach überhaupt keine Schmerzen mehr im Arm. Ich bin jedes Mal aufs Neue fasziniert, wie der Körper funktioniert und welchen Einfluss wir darauf haben.

Da ich derzeit keinen Sport machen darf, gehe ich Spazieren. Meist zwischen zehn und 14 Kilometern. Zum Glück war bisher meist schönes Wetter und ich konnte das Laufen richtig genießen. Und ich geb’s zu: Ich bin auch ein zwei mal etwas gerannt. Huch. 😉

Der Heilungsprozess verläuft also super. Ich war auch noch mal bei meiner Ärztin in der Komplementär-Sprechstunde und habe mit ihr die Therapie besprochen. Sie hat mir noch einen Termin beim Physiotherapeuten der Klinik empfohlen. Da gehe ich dann morgen hin. Bin gespannt. Er soll mega gut sein.

Befinden zusammengefasst:

  • keine Schmerzen nach der OP
  • volle Drainage am OP-Tag
  • halbe Drainage am ersten Tag nach OP
  • etwa 5 bis 10 ml Drainage am 2 Tag nach OP
  • stark geschwollene Brust in den ersten drei Tagen nach OP
  • Schwindel auch am 10. Tag nach OP
  • Muskelschmerzen im linken Arm
  • Wasseransammlungen im linken Arm
  • Ziehen im Achselbereich
  • Schmerzen im unteren Rücken
  • kleine Wundstellen im Bereich der Pflaster-Strips
  • Hämatome im Bereich der Wunde
  • Kribbeln im Wundbereich

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