Strahlentherapie – 2. Woche

Acht Tage Strahlentherapie habe ich nun hinter mir. Und die ersten Nebenwirkungen ließen nicht lange auf sich warten. Müdigkeit & Erschöpfung (Fatique) , Appetitlosigkeit und Gelüste und etwas Strahlenbrain. Diese Zipperlein lassen sich aber gut in den Griff bekommen.

 

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Der Fatique keine Chance

Gegen die Fatique laufe ich. Einfach zwischen zehn und 14 Kilometer am Tag stramm spazieren. Ich jogge momentan nicht. Erstens, weil ich nicht darf und zweitens wäre das bei der Eiseskälte auch fatal. Meine Lunge hält sowas nicht aus.

Ich laufe einfach alles, was andere mit den Öffentlichen oder dem Auto erledigen. Und bei meinen Termin-Marathon kommt da ganz schön was zusammen. Zum Glück mummel ich mich immer richtig gut ein. Skiunterwäsche, Uggs  (Ich liebe meine Uggs. So warm.), dicke Jacke, Schal, doppelte Mütze. Wurscht, dass ich wie das Michelin-Männchen aussehe. Hauptsache laufen und frische Luft. Und ich schlafe nachts zwischen zehn und zwölf Stunden.

Essen, auch wenn der Appetit fehlt

Ich esse – auch wenn mir gar nicht danach ist. Merkwürdigerweise habe ich manchmal Gelüste auf Obst. Bananen, Äpfel, Orangen, Kakis. Ja, sogar auf Äpfel. Die kann ich nur leiden, wenn ich in den Bergen auf Wandertour bin. Gemüse mag ich dagegen gerade gar nicht sehen. Und das ich. Ich versuche es zwar, aber es will einfach nicht. Einzige Ausnahmen sind Kohlrabi und Blumenkohl. Die gehen immer.

Möglich, dass der Körper durch die Überhitzung (durch die Bestrahlung) mir genau sagt, was er braucht. Und ich höre einfach darauf. Demnächst habe ich einen Termin mit einem Arzt, der TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) macht. Seine Kollegin, die gerade zur Bestrahlung und TCM Seminare hält, hat mir auch schon angedeutet, wo die Ursache liegt. Und sie hat mir den Tipp gegeben, auf Ingwer zu verzichten. Denn Ingwer wirkt erhitzend.

Wir müssen nun nach der Elemente-Lehre der TCM schauen, was der Körper braucht. Und bis zum Termin halte ich es wie eine Schwangere: Den Gelüsten, wenn sie denn mal da sind, nachzugeben. Bloß keine Zwänge. Die Therapie ist anstrengend genug für den Körper.

Das Strahlenbrain hat sich ganz am Anfang mal blicken lassen. Derzeit hält es sich ein wenig zurück. Interessanter Weise war es ähnlich wie beim Chemobrain. Ich habe Dinge vergessen und Wörter vertauscht. Mal sehen ob es das war oder ob da noch mal was kommt.

Ein Lymphödem im Anmarsch

Nun zu einer sehr unschönen Sache. Wie es aussieht, entwickelt sich im linken Arm ein Lymphödem. Ich hatte ja berichtet, dass ich ein AWS (Axilliar Web Syndrome) habe. Nun, diese Strangbildung zieht sich bis in die Hand. Während unter der Achsel seit der letzten therapeutischen Maßnahme Ruhe ist, hat sich das in der Hand nie so richtig gelegt. Es hat immer mal geziept. Durch die Bestrahlung allerdings sammelt sich nun Wasser an dieser Stelle. Ich denke, wer es nicht weiß, dem fällt das nicht auf. Mir schon. Es tut auch weh.

Die Radioonkologin hat sich das angesehen und sofort Maßnahmen ergriffen. Ich bekomme nun ganz oft Lymphdrainage – aber nur im unteren Arm und an der Hand. Und ich muss bald einen Kompressionsstrumpf tragen.Gestern wurden dazu Arm und Hand vermessen. Der Strumpf soll verhindern, dass sich das zu einem ausgewachsenen Lymphödem entwickelt, das den ganzen Arm betrifft.

Dass mich ein solches ereilen könnte, wusste ich. Denn ich hatte mich entschieden, auch die oberen Lymphabflusswege bestrahlen zu lassen. Und wie mein Lymphsystem auf Eingriffe reagiert, habe ich anhand des AWS ja gemerkt. Ich bleibe dennoch positiv. Es ist gut, dass ich gleich zu den Ärzten gegangen bin. Normalerweise neige ich dazu, so etwas immer erst zu beobachten. „Tut ja nicht so weh. Geht bestimmt von alleine wieder weg.“ Das mache ich mittlerweile nicht mehr. Klar, werde ich sicher irgendwann wieder lockerer mit allem. Zumindest hoffe ich das. Aber momentan schaue ich, dass sich unter Therapie die Dinge nicht verschlechtern.

Tolle Psycho-Onkologin gefunden

Ansonsten geht es ganz gut – mal von den etlichen Therapieterminen abgesehen. Froh bin ich, dass ich jetzt auch eine gute Psycho-Onkologin gefunden habe. Das war ja alles gar nicht so einfach. Mit der ersten hatte es menschlich nicht so ganz gepasst. Und gerade was die Psychotherapie betrifft, ist das umso wichtiger. Beim zweiten Therapeuten bin ich weggelaufen. Der wollte zu viel über meine Sexualität wissen. Ich glaube, da war viel Freud im Spiel. Jetzt bin ich bei einer äußerst angenehmen Therapeutin gelandet, die viele kluge Dinge sagt und mindestens 20 Jahre Erfahrung auf diesem Gebiet hat. Auf den nächsten Termin freue ich mich schon richtig.

 

 


3 Gedanken zu “Strahlentherapie – 2. Woche

  1. Darf ich fragen was das für ein Gelat Produkt war (Anthyllis Gelat)? Ich bin vor der Strahlentherapie und würde mich gerne etwas darauf vorbereiten. Der Tip fand ich toll… nur bin ich sehr unsicher und möchte nichts falsches Einkaufen.

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