Die letzte Woche Strahlentherapie!

Glaubt man das, wie schnell die Zeit vergeht? Jetzt bin ich schon in der letzten Woche Bestrahlung. Und ich kann mich kaum noch an die Chemo-Zeit erinnern.

Vor knapp einem Jahr ertastete ich unter der Dusche Knötchen. Das zog mir fast den Boden unter den Füßen weg. Wusste ich doch von Anfang an, was dieser Knoten in der Brust bedeutete. Aufgrund meines Jobs kannte ich mich mit der Materie bereits bestens aus. Und auch, wenn ich weiß: Brustkrebs ist heute sehr gut heilbar, sitzt die Angst tief. Die Angst, vor dem was kommt. Die Angst vor dem statistisch Möglichen.

Nun habe ich zehn Monate Therapie hinter mir. In dieser Zeit bin ich jeden Tag etwas mehr in diese Sache hineingewachsen, stärker geworden. Ich habe die Angst mittlerweile gut in den Griff bekommen. Dank Resilienz, dank meiner Freunde und auch dank Psycho-Onkologin. Eine wirklich tolle Ärztin!

Durchhalten und anfangen, anzufangen

Nur noch ein paar Tage wird bestrahlt. Und meine Haut ist mittlerweile ganz rot und die Brust noch härter geworden. Ich bin froh, dass das alles bald ein Ende hat. Also die Bestrahlung. Die täglichen Termine und die Müdigkeit zehren.

Durchhalten. Das sage ich mir jeden Tag. Und dafür gibt es heute eine große, große Belohnung aus dem Gravis-Store. 🙂 Und im März die Apple-Watch Series 2 als Motivation dafür mein Training wieder aufzunehmen. Der Körper baut so unheimlich schnell ab, wenn man keinen Sport mehr macht. Nach der Bestrahlung aber darf ich endlich wieder loslegen. Ganze drei Monate kein Sport sind es dann. Und wer schon einmal pausiert hat, weiß, wie schwer das fallen kann, wieder loszulegen. Dafür braucht es eine ordentliche Portion Motivation. Dafür habe ich vorgesorgt. 😉

Am Montag ist also mein letzte Tag in der Strahlentherapie. Es folgen noch das Abschlussgespräch mit dem behandelnden Arzt und ein Termin mit meiner Frau Doctor Komplementärmedizin. Wir wollen noch prüfen, wie gut das Anthyllis-Gel geholfen hat – oder auch nicht. Danach muss ich erstmal kurieren bevor ich zur Kur fahren darf. Die Haut soll sich davor erholen, sagen die Ärzte. Danach heißt es dann ab zur Anschlussheilbehandlung (AHB).

Hoffentlich Bad Reichenhall

Der Antrag auf AHB ist längst gestellt. Nur die Rentenversicherung lässt sich Zeit. Fast vier Wochen nun schon. Ich bin gespannt, ob und wann sie mir das OK geben für mein selbst ausgewähltes Ziel. Bad Reichenhall soll es werden. Eine Klinik mitten in den Bergen. Das ist mir wichtig. In den Bergen bin ich am glücklichsten. Und der Genesung kann das nur helfen.

Außerdem mag ich nicht in eine der empfohlenen Kliniken für Brustkrebspatientinnen gehen. Ich brauche langsam mal Abstand von dem Thema und will mich eher auf mich konzentrieren. Ich habe nun so viele Lebensgeschichten von anderen betroffenen Frauen erfahren. Langsam reicht das dann auch. Der Punkt ist nicht, dass ich keine Empathie hätte. Im Gegenteil. Mich zieht das Mitfühlen, Mitleiden, Hineinversetzen oft genug runter. Vor allem, wenn bestimmte Frauen mit ihrem Schicksal extrem hadern und so in ihrer Welt gefangen sind, dass sie das Schöne im Leben nicht mehr sehen können.

Klar, ich habe auch tolle Menschen kennengelernt und Freundschaften geschlossen. Aber auch eben andere Erfahrungen gemacht. Kennt ihr das? Wenn jemand so viel negative Vibes ausstrahlt, dass es Euch fertig macht. Und selbst wenn ich auf solche Menschen treffen sollte in Bad Reichenhall, dann habe ich immer noch die Berge. Direkt vor der Tür. Und die geben mit wahnsinnig viel Kraft. Jetzt heißt es Daumendrücken für die Wunsch-AHB.

Chemo lässt grüßen

Ansonsten kämpfe ich gerade mit einer Nebenwirkung, die ich schon von der Chemo her kenne. Akne. Oh man, dieses Herceptin setzt meiner Haut mächtig zu. Ich war gestern wieder bei meiner Hautärztin. Sie hat mir ein paar Sachen verschrieben, die gut helfen sollen. Ich bin gespannt und werde berichten.

Außerdem macht mir mein Rücken immer noch zu schaffen. Eine Nebenwirkung noch von der Chemo. Ich fange jetzt mit Feldenkrais an. Es hat mir schon einmal sehr geholfen. Also auch hier Daumendrücken.

Das Strahlenbrain und die Müdigkeit lassen immer noch täglich grüßen. Und die Hand ist weiterhin dick. Da hoffen meine Ärzte, Therapeuten und ich, dass sich das nach der Strahlentherapie wieder geben wird. Also gehe ich weiter schön zur Lymphdrainage und trage meinen „sexy“ Handschuh. LoL Die meisten denken eh, das sei eine Sportverletzung und sähe irgendwie cool aus…

Nebenwirkungen im Überblick

  • Strahlenbrain (kognitive Beeinträchtigungen)
  • Rückenschmerzen
  • Lymphödem in der Hand
  • gerötete Haut
  • Akne
  • verhärtetes Brustgewebe

 

P.S.: Wie ich doch dieses blöde Rechtschreib-Korrektur Programm von WordPress hasse … Aus Bad Reichenhall wir Bad Leichenhall. Soso …

 

 

 

 

 

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3 Gedanken zu “Die letzte Woche Strahlentherapie!

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