Krebsalarm durch Öl! Kekse, Aufstrich & Co.

So langsam werde ich richtig sauer. Beinahe täglich lese ich Artikel über krebserregende Stoffe, die die Industrie uns unterjubelt. Sie stecken in vielen Lebensmitteln und Kosmetikprodukten (ich berichtete). Und obwohl sogar die Efsa (Europäische Lebensmittelbehörde) davor warnt, wird kaum etwas unternommen.

Beispiel Palmöl

Palmöl ist, wie wir wissen nicht nur äußerst schädlich für die Umwelt (Regenwald wird dafür gerodet). Das billige Öl ist auch noch hoch gefährlich, denn es enthält Glycidil-Ester. Diese wirken laut Efsa genotoxisch und karzinogen. Das heißt, sie können die DNA schädigen und Krebs auslösen. Die Behörde warnt eindringlich auf ihrer Seite vor diesen Fettsäureestern. „Da die genotoxische und karzinogene Wirkung von Glycidol hinreichend nachgewiesen ist, hat das CONTAM-Gremium keinen sicheren Wert für GE festgelegt“, so Dr. Helle Knutsen, Vorsitzende des CONTAM-Gremiums. Heißt: Ganz gleich also wie viel von diesen Fettsäureester im Lebensmittel steckt, es ist gefährlich.

„Sie können die Chromosomen schädigen, die DNA schädigen und dementsprechend auch in unserem Körper Krebs auslösen. Also da jetzt Glycidil-Fettsäureester ein kanzerogenes Potential besitzen, gibt es eigentlich keine sichere Dosis. Grundsätzlich haben Substanzen, die genotoxisch sind, nichts in Lebensmitteln zu suchen“, erklärt Prof. Edmund Maser, Toxikologe Uniklinik Kiel, im Gespräch mit dem SWR.

Aufgrund der neuen Studie hat sich der SWR Marktcheck dieses Themas angenommen und Produkte überprüft. Es ist erstaunlich, was dabei herausgekommen ist. Palmöl und -fett steckt in Keksen, Chips, Nussnougatcreme. Und was total perfide ist: in Säuglingsnahrung.

Auch Bio-Hersteller verwenden Palmöl

Der SWR hat dazu verschiedene Markenprodukte untersucht und aufgelistet. Demzufolge enthalten unter anderem Orio Kekse,  TUC-Cracker, Tortilla Chips von Chio und Deli Reform Margarine Glycidil.

Das ließ mich mal im Bio-Laden auf die Zutatenlisten schauen. Und ich war schockiert. Fast alle Kekse enthalten Palmfett. Auch meine heiß geliebten Doppelkekse mit Schokofüllung von Alnatura. Da hat/ hatte man schon Krebs und dann verzehrt man ungeahnt krebsverursachende Inhaltsstoffe.

Es war sehr schwer, überhaupt Produkte zu finden, die dieses Fett nicht enthalten. Mein Tipp: Spritzgebäck von Erdmann Hauser. Die Kekse werden mit Butter hergestellt. Doch am besten ist es wohl, entweder darauf zu verzichten oder selber zu backen. Dumm nur, dass Palmöl nicht das einzige Fett ist, dass Glycidil enthält. Auch in Margarine kann durch die Herstellung diese Verbindungen stecken. Ausnahme: Bio-Margarine. Hier ist der Herstellungsprozess ein anderer.

Glycidil kann also in allen Lebensmitteln stecken, die raffinierte pflanzliche Fette und Öle enthalten.

Für mich heißt das: lieber auf native Öle zu setzen und am besten alles selber zu kochen und zu backen. (Was ich die meiste Zeit schon mache.) Vor allem Menschen, die schon Krebs haben oder hatten, sollten sensibilisiert dafür sein.

Kaum Konsequenzen

Weil die krebserregenden Verbindungen in so vielen Produkten stecken, hat der SWR verschiedene Hersteller kontaktiert. Offenbar zeigten die sich problembewusst. Allerdings: Gehandelt wird wohl kaum. „Konkrete Maßnahmen kann uns kein Hersteller oder Händler nennen. Die Ausnahme ist Lidl, dort hat man immerhin einzelne Produkte umgestellt. Allerdings will kein Hersteller auch künftig ganz auf den Einsatz von Palmöl verzichten“, schreiben die Kollegen Redakteure.

In Italien sieht das etwas anders aus. Dort kommt Bewegung in das Ganze. So hat die Supermarktkette Coop den Verkauf von Palmöl-Produkten gestoppt. Darunter auch Nutella, das ganz viel Palmfett enthält.

Ferrero, der Hersteller von Nutella, selbst wirbt sogar für sein Palmöl. Dazu schreibt das Unternehmen auf seiner Seite: „Nutella® ist ein absolut sicheres Produkt und entspricht bereits jetzt den neuen, von der EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) empfohlenen Grenzwerten.“ Offenbar ist die Verarbeitung des Öls schonender. Was die Grenzwerte jedoch betrifft: Es gibt keine sichere Dosis, wie Prof. Edmund Maser sagt. Und that’s the point.

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Die Verbraucherzentrale Hamburg hat ein Plakat veröffentlich, das die Zusammensetzung eines Glases Nutella veranschaulicht. Credit: Verbraucherzentrale Hamburg
Foto Headerbild (Ölflaschen): Markus Mainka – Fotolia.com

2 Gedanken zu “Krebsalarm durch Öl! Kekse, Aufstrich & Co.

  1. ja das find ich auch alles echt schwierig! hatte mich jetzt mal ausführlicher mit kosmetika beschäftigt. gar nicht so leicht ein unbedenkliches haarstyling produkt oder puder zu finden… das macht einen manchmal echt wütend das in allem so viel ‚dreck‘ drin ist.
    hoffe sonst gehts dir gut ☺ lg

    Gefällt 1 Person

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