Haare nach der Chemo – sie wachsen

20 Wochen nach meiner letzten Chemo sehe ich aus wie ein Monchichi. Vor allem wenn ich kein Haargel im Haar habe. Nach dem Duschen ist es sogar noch lustiger. Die Haare stehen nach allen Seiten weg. Das hat schon fast etwas vom Struwwelpeter, besonders weil sie so dicht sind. Dass sie so voll nachwachsen hat sicher nichts mit der Chemo zu tun. Ich hatte schon immer so viel Haar. Daher wundert es mich nicht.

Gehört hatte ich, dass die Haare anders nachwachsen können: kraus, dünner, voller – einfach anders. Einige Veränderungen habe ich festgestellt. Aber von vorn.

Haare wollen wachsen

Noch während der Chemotherapie – am Ende von EC – sind ein paar Haare gewachsen. Eine Art Flaum. Und wenn ich mir heute die Fotos anschauen, finde ich das ganz furchtbar. Damals aber fand ich jedes einzelne Haar toll. Auch weil der Kopf mit etwas Haar weniger gefroren hat.

Zwei Wochen nach meiner letzten Taxol-Gabe habe ich alles abrasieren lassen. Die Haare sollten einheitlich nachwachsen. Zu Beginn des neuen Wachstums habe ich es mit Haartinkturen probiert. Aber nach drei Wochen ließ ich es wieder sein. Ich halte das für eine Verkaufsmasche. Wichtig ist, die Kopfhaut immer schön zu massieren, wie meine Friseurin sagt. Das regt die Durchblutung an. Und die Haare fangen an zu sprießen. Drei Tinkturen hatte ich. Habe sie alle entsorgt. Denn in zweien waren krebserregende bzw. bedenkliche Inhaltsstoffe. (-> siehe Artikel über Codecheck).

Meine Haare sind zunächst komisch (auch im Sinne von lustig) nachgewachsen. Vor allem am Ober- und Hinterkopf bahnten sie sich unaufhaltsam ihren Weg. Andere Härchen ließen sich dagegen Zeit. Ich hatte ein paar Wochen Geheimratsecken. Mmmh.

An Weihnachten habe ich das erste Mal keine Perücke oder Mütze mehr getragen. Das erste Mal oben ohne fühlte sich toll an. Ich hatte wieder überall Haare. Sie waren noch sehr kurz, vielleicht so etwa ein Zentimeter lang. Aber es war schon so etwas wie eine Frisur. Danach wuchsen sie gefühlt noch schneller. Einen Tag vor Silvester war ich das erste Mal beim Friseur. Für einen richtigen Haarschnitt hatte es nicht gereicht. Aber ich bin frisch gestylt ins neue Jahr. Mittlerweile sind sie richtig „lang“. Deshalb gehe ich heute wieder zum Friseur. Wie ich mich darauf freue.

Allerdings etwas Wehmut ist dabei. Die Haare sind anders. So habe ich viele weiße Haare. Bei einigen sind nur die ersten Zentimeter weiß. Sie wachsen dann braun weiter. Andere bleiben weiß. Vor der Chemo hatte ich nur drei graue Haare. Jetzt sind sie überall. Mit Haargel (von Alverde) fällt das fast nicht auf. Anfangs war meine Haarfarbe insgesamt eher etwas mausgrau. Das hat sich nach dem ersten Schneiden geändert. Jetzt kommen sie dunkelbraun nach.

Zudem sind meine Haare sehr glatt. Früher hatte ich eine schöne Welle drinnen. Ich kann mich noch daran erinnern, wie sie mal waren, als ich sie kurz trug. Mit 14 hatte ich kurze Haare und ließ sie dann auf Bob-Länge wachsen. Da waren sie sehr, sehr  lockig. Aber vielleicht kommt das noch. Jetzt bin ich erst einmal froh, dass sie so doll wachsen. Nach einer Chemotherapie ist das ja nicht unbedingt gesagt.

Augenbrauen und Wimpern

Meine Wimpern und Augenbrauen waren am Ende der Taxol-Chemo komplett ausgefallen. Kaschiert habe ich mit Kajal und Augenbrauengel. An meinem Geburtstag, sechs Wochen nach der letzten Gabe, habe ich dann entdeckt, dass alles wieder nachwächst. Was eine Freude.

Ihr fragt Euch sicher, warum mir das plötzlich so ins Auge gestochen ist. Man schaut doch jeden Tag in den Spiegel. Nun ich war mit meiner Freundin im Spa und dort gab es einen Spiegel, der alles vergrößert darstellt. Gruselig, der erste Blick wenn man in seine Poren blicken kann – und dann mein Staunen als ich mir meine Augen ansah. Da waren wieder Wimpern und darüber Augenbrauen. Lustigerweise sind die Augenbrauen genau so gewachsen, wie ich sie mir immer angeschminkt habe. Offenbar habe ich durch das Auftragen genau dort das Haarwachstum stimuliert (massiert ja auch ;))

Momentan verliere ich beides wieder. Ich hatte schon bei anderen Bloggerinnen gelesen, dass das passieren kann. Also war ich darauf vorbereitet. Blöd ist es trotzdem. :/

Körperhaare

Die Haare an Beinen und Armen kamen zuerst wieder. Das habe ich vor allem beim Herceptin gemerkt, als mein Port am Arm angestochen wurde und zum Schluss das Pflaster abgezogen. Autsch!!! Da waren ja Haare und es ziepte ganz schön. Jetzt muss ich vorher immer daran denken und sie mir abrasieren. LoL

An den Beinen sind die Haare ganz fluchs gewachsen. Noch eher, als auf dem Kopf. An den Beinen waren sie anfangs blond. Huch, dachte ich damals und hatte Bedenken, dass ich auch oben rum blondiere. Das wäre sicher eine interessante Typveränderung. *lach*

Achselhaare habe ich bis heute dagegen keine. Aber das juckt mich mal so gar nicht. Wer braucht die schon. 😉

Und hier ist Mein in erster richtiger Haarschnitt mit neuer Haarfarbe:

image

Advertisements

4 Gedanken zu “Haare nach der Chemo – sie wachsen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s