AHB – geschafft

Meine AHB (Anschlussheilbehandlung) ist vorbei. Ich bin wieder daheim im wunderschönen Minga. Mitgenommen habe ich viele gute Tipps von den Trainern und eine Verordnung für Sport. Der Klinik-Doc hat mir Krankengymnastik und auf meinen Wunsch hin Aqua-Jogging verschrieben.

Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen

Im Großen und Ganzen verlief die AHB recht gut. Die Pläne waren voll mit ganz viel Sport und Therapien. Die Laune war super, die Angestellten dort sehr freundlich und zuvorkommend und mit jedem Tag kam ein bisschen die Kraft zurück.

In den letzten zweieinhalb Woche AHB habe ich mein Fitnesslevel erhöhen können. Leider haben mich auch ein paar Nebenwirkungen heimgesucht. Mein rechtes Knie schmerzt. Ich hoffe, dass sich das wieder gibt. Da ich bemerkt habe, dass ich leicht Wasser in den Beinen habe (sieht man kaum, aber merk ich), wird das mit dem Knie wohl auch irgendwie zusammenhängen. Während der Chemo waren die Beschwerden eine Zeit lang ähnlich.

Bis ich meine Fitness ganz zurückhabe, kann es noch sechs Monate dauern, sagen die Therapeuten. Deshalb heißt es jetzt geduldig sein und das Training schön fleißig durchziehen. Ab Donnerstag werde ich mit meinem eigenen Workout starten. Zunächst Joggen-Walken im Intervall, dann Qigong, Krankengymnastik, Aquajogging und wenn es wieder klappt Bergwandern.

Wie wichtig Sport ist, hatte ich ja schon in einem Artikel über Sport und Krebs erörtert. Durch moderate Bewegung kann sich das Rezidiv-Riskiko senken lassen.

Mieser Tag

Ich hatte aber auch einen Tag, an dem ich sehr traurig war. Die Entdeckung Knötchens jährte sich am 7. April. Vor einem Jahr bemerkte ich den Tumi beim Duschen im Fitnessstudio. Blöd, dass ich am Freitag MTT (sowas wie ein Fitnessstudio) also Muskeltraining auf meinem Plan stehen hatte. Und als ich da so auf einem Gerät saß, dämmerte es mir plötzlich. Ich verließ fluchtartig den Raum und ward von da an nimmer mehr im MTT gesehen.

Ich dachte nicht, dass mich dieser Tag so fertig machen würde. Aber hey, wer kennt schon sein Unterbewusstsein und weiß, was es nach oben befördert und wann. 365 Tage Krebs. Kann man das glauben? 365 Tage stark sein, kämpfen, hoffen, beten, recherchieren, informieren, planen. Das ist eine lange Zeit und die ist so schnell verflogen. Unfassbar.

Meine zwei Mädels in der Klinik waren voll süß. Sie haben mich getröstet und mir am Tag drauf einen Strauß selbstgepflückter Feldblumen geschenkt. Super lieb die zwei. Und überhaupt: Ich habe ganz tolle Menschen kennengelernt.

Meine Opis am Tisch, der Nachbar-Opi, die Ärztin und die zwei jungen Küken und der U30-Kerl 😉 – sie alle haben dazu beigetragen, dass der Aufenthalt in der Reha doch ganz toll geworden ist. Zum Dank habe ich meinen Opis etwas zum Naschen mitgebracht (pssst) und kleine Herzen für sie gehäkelt. Was ihre Augen geleuchtet haben. :))

Opi 3 hat sein Herz gleich geküsst und in seine Brusttasche gesteckt. „Nachbar-Opi bzw. Opi Kavalier der Alten Schule“ steckte es gleich an seine Weste. An dieser Stelle: Sorry Opi 1, Du warst leider schon weg und die Idee dafür kam mir spontan Dienstagabend. *hüstelhüstel*

Meinen Mädels habe ich auch eine Kleinigkeit dagelassen, so dass sie sich immer an die gemeinsame Zeit erinnern können. Wir wollen uns dann bald in München treffen. Da freue ich mich schon drauf.

Ein wenig zu meckern

Zu meckern gibt es über das Essen. Es war wenig abwechslungsreich, nicht bio und schon gar nicht gesund – bis auf die immer gleichen Salate und das wenige Obst. Ich habe offenbar etwas zugenommen, obwohl ich nicht mehr gegessen habe. Die Waage wird es morgen zeigen. (Angst) Ich hoffe, es sind die Muskeln, die zurückkommen. 😉

Meine Post-Chemo-Nebenwirkungen hat die AHB leider nicht geheilt. Rückenschmerzen habe ich immer noch. Ich kann nicht länger als 30 Minuten auf dem Stuhl sitzen. Und die Neuropathie in den Füßen macht mir jeden Morgen weiter zu schaffen.

Chemo- und Strahlenbrain verabschieden sich dagegen jeden Tag ein bisschen mehr. Heißt: Die Vergesslichkeit ist nicht mehr so arg und die Konzentration etwas besser.

Thema Hygiene

Was viele in der Klinik kritisierten, war der schlechte Umgang der Patienten in Sachen Hygiene. Zwar stehen am Eingang des Speisesaals Desinfektionsmittel zur Verfügung, aber nicht alle säubern damit ihre Hände, bevor sie zum Essen gehen. Kein Wunder, dass am Büffet fleißig Viren und Bakterien verteilt werden. Am Ende jagte ein Infekt den nächsten. Fast alle, die ich kennengelernt habe, wurden krank. Ich auch. Meine beiden Mädels sogar mehrfach.

Zudem gibt es Patienten, die auf die Hand husten und danach ins Buffet langen. Igitt. Und unverantwortlich den Patienten gegenüber, die durch Chemo oder andere Therapien ein sehr schwaches Immunsystem haben. Ich wüsste nicht unbedingt, wie man das in den Griff bekommen sollte, ohne komplett auf Buffet-los umzustellen. Das wäre wohl zu teuer.

Zu früh abgereist

Etwas trouble hatte ich wegen meiner zu frühen Entlassung. Eigentlich wollte/ musste ich um einen Tag verkürzen, weil ich diese Woche schon wieder mein Herceptin in meiner Münchner Klinik bekomme. Am Ende haben sie mich zwei Tage früher entlassen. Es gab da ein Kommunikationsproblem.

Kommunikationsschwierigkeiten sind offenbar nichts Neues. Eins von den Mädels wollte nur eine kleine Auskunft und bekam dafür eine Woche AHB zusätzlich beantragt. Weil die Notiz falsch interpretiert wurde. Uff. Zum Glück bin ich momentan mit so etwas mega gechillt. Natürlich regen mich so Sachen kurz auf, aber dann war es das auch schon und ich mach das Beste draus.

 

Für heute heißt es noch mal in die Klinik zur Therapie. Morgen Herceptin abholen und dann ist erst mal Ostern.


3 Gedanken zu “AHB – geschafft

  1. Liebe Fabi, Welcome back!! Schön, dass du eine gute Zeit hattest – das freut mich so sehr. Ja dann hoffe ich auf ein baldiges Wiedersehen. Und was wurde mit dem Opi 👴, der krank wurde? Ich hoffe, sie sind alle wieder an deinem Tisch gesessen… wie bist du denn aufs Stricken gekommen. Was du alles kannst 🙂 Bussal Susl

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