Gehirnmetastasen: Mögliches Ziel für die Behandlung bei metastasiertem Brustkrebs gefunden

Streut Brustkrebs ins Gehirn, sind die Prognosen niederschmetternd. Denn Medikamente gegen die Ableger des Primärtumors bleiben meist wirkungslos. Eine neue Studie fand nun heraus, weshalb Therapien bei einer bestimmten Brustkrebsart nicht helfen. Das lässt für die Zukunft hoffen.

Doctor attentively examines the MRI scan of the patient

Brustkrebs kann in verschiedene Organe wie Leber, Lunge und Gehirn streuen. Allerdings unterscheiden sich Wissenschaftlern zufolge Gehirnmetastasen stark von Metastasen in anderen Organen. So bleiben Medikamente, die normalerweise gegen die Ableger des Brustkrebses arbeiten, wirkungslos. „Hat der Brustkrebs erst einmal ins Gehirn gestreut, tötet er immer die Menschen“, sagt Dr .Thomas Hughes in einem Bericht des Cancer Research UK.

Dem Cancer research UK zufolge streuen etwa die Hälfte der Her2-positiven Brustkrebs-Tumore ins Gehirn.

Eine Annahme, so der Bericht, macht die Blut-Hirn-Schranke dafür verantwortlich. Die natürliche Schutzbarriere des Körpers verhindert nämlich, dass Stoffe ins Gehirn transportiert werden, die da einfach nicht hingehören. Medikamente, die eventuell zu groß für die Blut-Hirn-Schranke seien, gelangten nicht ins Gehirn und blieben somit wirkungslos. Im Vergleich schrumpften dagegen die Metastasen, die sich in anderen Körperregionen gebildet hatten.

Mediziner am Massachusetts General Hospital zeigten nun, dass dies nicht die alleinige Erklärung dafür sein kann. Wie das Cancer research UK weiter berichtet, konnten die Mediziner anhand von Tests an Mäusen nachweisen, dass Medikamente sehr wohl ins Gehirn gelangen, also die Blut-Hirn-Schranke passieren können. Sie entdeckten zudem, dass die Mikroumgebung des Gehirns selbst eine Rolle bei der Behandlungsresistenz metastasierter Tumore spielt. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie im Science Translational Medicine.

Die Wissenschaftler vom Massachusetts General Hospital identifizierten demnach ein Molekül, das helfen könnte, eine bestimmte Art von Brustkrebs zu bekämpfen, nachdem er sich auf das Gehirn ausgebreitet hat. Demzufolge ist das HER3-Molekül eines der Moleküle eines sehr komplizierten Netzwerkes, das das Tumorwachstum und das Überleben der Her-2 positiven Brustkrebszellen beeinflusst.

Der Studie zufolge blockierte ein Medikament das HER3-Molekül, ein anderes stoppte die Interaktion zwischen den Her-2 und HER3-Molekülen. Allein nur ein Medikamente zu verabreichen, verlangsamte das Tumorwachstum nicht, so das Ergebnis, aber bei gleichzeitiger Gabe mit dem Medikament buparlisib begannen die Metastasen zu schrumpfen. Zugleich verdoppelten sich die Überlebenschancen der Mäuse, so die Forscher.

Nun wollen die Mediziner untersuchen, ob sich die Erkenntnisse auf den Menschen übertragen lassen.

Foto: Fotolia/ sudok1

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