Spätfolgen: Die Chemo kostet Zähne

Eine Chemotherapie hat nicht nur akut auftretenden Nebenwirkungen zur Folge. Wie bereits dokumentiert, sind auch bei mir im Laufe der letzten Wochen diverse Folgen aufgetreten, die sich als Spätfolgen einordnen lassen. Eine dieser Langzeitnebenwirkungen betrifft meine Zähne.

Mal di denti, donna con dolore o carieBereits während der Therapie war ich mehrfach zur Kontrolle beim Zahnarzt. Er war sehr erschrocken, wie heftig die Chemo zwei meiner Backenzähne zusetzte. Natürlich hat er versucht, das Problem in den Griff zu bekommen – mit Medikamenten, Spülungen und, und, und. Auch eine extra Mundhygiene war verordnete. Am Ende half alles nichts. Und so kam er im April zum Schluss, die Zähne müssen raus. Der Körper wurde mit den Entzündungen nicht fertig. Und für die Zukunft darf das Immunsystem nicht mit einer Dauerentzündung beschäftigt bleiben.

Zwei Zähne müssen raus

Nun sitze ich also hier in Frankfurt und bin mitten drin im Procedere. Am Mittwoch wurden mir beide Zähne gezogen. Keine einfache Angelegenheit. Allerdings bin ich mit dem besten Zahnarzt bzw. Mund-und Kieferchirurg gesegnet, den es gibt. Deswegen auch die 400 Kilometer extra nach Frankfurt.

Das Zähneziehen ist kein Spaß. Zum Glück hatte ich keine Schmerzen. Ich habe noch nicht einmal die Betäubungsspritzen gemerkt. Das war aber auch klar. Mein Doc macht das immer so gut. Deswegen habe ich bei ihm auch nie große Angst. Ein flaues Gefühl im Bauch höchstens. Weil der Zahnarztbesuch an sich nicht Schönes ist.

Einen Wermutstropfen gibt es dann doch: Der zweite Zahn ist nur ein Weisheitszahn. Das macht also nicht so viel aus. An die Stelle des anderen fehlenden Zahnes wird es wohl ein Implantat geben. Genau kann mein Arzt das noch nicht versprechen. Die Chemo hat an dieser Stelle dem Zahnfleisch mächtig zugesetzt. So dass wir jetzt erst einmal den Heilungprozess abwarten müssen. Ist das alles erfolgreich, kann es losgehen mit dem Implantatsetzen. Ich hoffe sehr, dass das klappt.

In guten Händen

Zu den zwei verlorenen Zähnen gesellt sich noch einer, der überkront werden muss. Der brach mir letztens einfach ab. Ich muss gestehen, dass ich mit solchen Folgen der Tumorbehandlung nicht wirklich gerechnet hatte. Zumindest nicht in diesem Ausmaß. Mir war anfangs klar, dass die Therapien zu direkten und indirekten sowie zu systemischen Beeinträchtigungen der Zähne führen und dass auch das sie umgebenden Hart- und Weichgewebe in Mitleidenschaft gezogen werden kann. Während der Chemo hatte ich Stomatitis und eben besagte Entzündungen. Aber ich hatte gehofft, dass sich das mit Ende der Chemo wieder legt. Mist.

Aber es gibt eine Lösung. Und das beruhigt. Die Geschichte wird mich zwar viel Zeit und noch mehr Geld kosten. Aber ich bin in sehr guten Händen. Und das Ergebnis wird sicher ausgezeichnet.

Foto: Symbolbild/ Fotolia/ ALDECAstudio
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4 Gedanken zu “Spätfolgen: Die Chemo kostet Zähne

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