Wie es so geht … mit der Liebe

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Hallo ihr Lieben, vom ganz normalen Alltagswahnsinn habe ich schon ansatzweise berichtet. Diesbezüglich gibt es noch einiges mehr zu erzählen. Über Dates zum Beispiel. Wo fange ich an? Also …

… das normale Leben ist quasi zurück. Damit irgendwie auch alle Ups and Downs in Liebesdingen, die ich im letzten Jahr nicht hatte. Mmmh, das stimmt mich nachdenklich. Zu den Ups gehört sicher das Sich-Verknallen und Daten. Zu den Downs das Auf-der-Nase-Landen und Ghosting.

Ich hatte in diesem Jahr Dates mit zwei attraktiven Männern – im Abstand von etwa einem halben Jahr. Es waren richtig tolle Dates, mit viel Geflirte und was es halt so braucht, um sich irgendwann auch noch zu verknallen. Die Dates waren unterhaltsam, lustig, schön und vor allem romantisch.

Die Herren waren zunächst mega interessiert, haben sich ins Zeug gelegt, mich eingeladen, die Türen aufgehalten, sich als Namedropper geoutet und mir die liebsten Dinge gesagt. „Du bist so toll“, „Ich bin gern mit Dir zusammen“, „Der Abend war phantastisch schön mit Dir“ (nicht, was ihr jetzt denkt ;))

Doch ein paar Tage später hört man nix mehr. Sie sind einfach weg. Ohne ersichtlichen Grund. Es gab keinen Streit, keine Missverständnisse, kein Nachgerenne, kein Geheule – nur Geflirte, liebe Nachrichten, Bekenntnisse zum Noch-mal-Daten und dann also nix. Keine Response.

Ja, ihr habt richtig gelesen. Ich werde geghostet (Kontaktabbruch). Ich frage mich, ob das mit meiner Erkrankung zu tun hat. Denn geghostet wurde ich bisher noch nie. Gleich zwei mal ist mir das jetzt passiert.

Schreckt die Krankheit Krebs ab?

Dafür gibt es sicher viele Ursachen: eine andere Frau, kein Interesse mehr, mein Job (ja, der verschreckt schon mal den einen oder anderen Mann) oder meine Erkrankung. Tja, naja. Wer meinen richtigen Namen googelt, findet schnell diese Seite hier. Vielleicht ist das der Grund. Der Gedanke ist nicht abwegig.

Ich weiß von Mitstreiterinnen, dass Männer mit so einer Diagnose nicht so gut umgehen können. Ich habe Freundinnen, deren Partner sich mit der Erkrankung schwer getan haben. Einige Mädels dachten schon, der Mann wolle sich scheiden lassen. Mein Ex-Freund konnte anfangs auch nicht damit umgehen.

Ich weiß, ich weiß. Es gibt auch andere Beispiele. Gute. Und das freut mich. Aber in der Kennenlernphase ist das sicher noch einmal etwas anderes. Von der Erkrankung zu erzählen, ist wie eine Bombe abzuwerfen. Und es ist verständlich, dass beim Thema Krebs viele Menschen Angst bekommen. Es wird nun mal mit dem Tod assoziiert. Und wie sagt man es? Wann ist der richtige Zeitpunkt? Sicher nicht beim ersten oder zweiten Date.

Wie sagte meine Freundin letztens zu einem Typen, der auf die Nachricht ganz extrem reagiert hat: „Brustkrebs ist auch heilbar. Das weißt Du schon?“ Sie erwähnte es übrigens beim zweiten Date.

Genau weiß ich es nicht, weshalb ich geghostet werde. Es fühlt sich nicht gut an. Doch ich trauere diesen Menschen nicht nach, geschweige denn bin ich sauer auf sie. Das hilft mir nicht weiter und das Sauersein ist nichts (mehr) für mich. Allerdings: „Wer meinen Respekt verliert, hat ihn auf ewig verloren.“ (Na wer kennt das Zitat? Ich finde, es trifft den Punkt.)

Mein altes Ich wäre richtig sauer gewesen. Und vielleicht lange sehr traurig. Doch die Erkrankung hat mich stärker und vielleicht auch nachsichtiger gemacht. Sie hat mir gezeigt, was wirklich wichtig ist im Leben: Das Hier und Jetzt genießen mit Menschen um mich, die ich wirklich von ganzem Herzen mag/ liebe und die meine Liebe bzw. Zuneigung erwidern. In solchen Situationen wie beim Ghosting zählt das um so mehr.

Sofort-Hilfsprogramme schalten

Also habe ich, weil ich aktuell geghostet werde, mit meinen Lieblingsmenschen ganz viele schöne Dinge gemacht. Ich war shoppen ;), im Kino, beim Qigong, war Ausgehen und in den Bergen.

Oh man, tat mir das Wandern gut. Ein paar Stunden aufwärts laufen, tolle Gespräche mit meiner Freundin, die majestätischen Berge, den Blick in die Ferne gerichtet. Und wir haben ganz tolle Menschen auf den Hütten kennengelernt. Drei glücklich verheiratete Männer, die von ihren Frauen und Kindern geschwärmt haben. Schön zu sehen, dass es diese Spezies Mann wirklich gibt – und die aufrichtige Liebe.

Und: Wir haben einen wirklich sehr attraktiven und äußerst sympathischen Single-Mann kennengelernt. 😉

Zwei Tage haben wir mit den Mäxle-Buddies zusammen auf den Hütten verbracht und ganz viel Mäxchen und Chicago gespielt.

Hach, das Wanderwochenende war wirklich toll. Auch weil wir eine abenteuerliche Route mit tricky Passüberquerung im Schnee gemacht haben. Wenn ich sowas schaffe, dann sind so blöde Ghoster ganz schnell vergessen. Sie erreichen dann gerade mal noch Proton-Größen-Status. LoL

 

Negativen Stress darf/ will ich nicht mehr an mich ranlassen. Ich muss auf mich achten, auf Körper und Seele. Deshalb gibt es viele Sofort-Hilfsprogramme, die geschalten werden. Die letzte Wandertour war zum Glück schon lange geplant und konnte daher vortrefflich beim Loslassen helfen.

Sollte es wirklich so sein, wie ich vermute und die hier erwähnten Herren mitlesen und sich angesprochen fühlen: „In Liebesdingen sind wir alle Närrinnen.“ Auch ich bin eine. Aber was wäre das Sich-Verlieben ohne rosarote Brille? Nur halb so schön. Deswegen bleib ich auch beim nächsten Verknallen eine Närrin.

Und für die Mädels, die ihr nach mir datet, hoffe ich: Ghosted sie nicht, wenn ihr – aus welchem Grund auch immer – kein Interesse mehr habt. Seid Mann genug, die Dinge beim Namen zu nennen und einen ehrlichen Cut zu machen.

 

 

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10 Gedanken zu “Wie es so geht … mit der Liebe

  1. Hey, ich finde du machst alles richtig! Der „Richtige“ kommt irgendwann…unabhängig vom Krebs! Ja, es gibt noch „Männer“!!!..nur nicht suchen, er steht irgendwann vor dir!Ich kenne die Leere und den Wunsch nach Zweisamkeit, aber es wird….und er wird dich finden, weil du so bist wie du bist!LG

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  2. Also wenn ich Dir meine Meinung als selbst Betroffene schreiben darf, ich glaube relativ sicher, dass Du
    geghostet wirst weil Du gleich beim ersten Date gesagt hast dass Du Brustkrebspatientin bist und ich schreibe
    bewusst bist und nicht warst, weil man beim Bk, vor allem beim hormonpositivem BK erst nach 20 Jahren als geheilt gilt laut aktuellen Studien.
    Du hast den Satz geschrieben Aber was wäre das Sich-Verlieben ohne rosarote Brille? Nur halb so schön.“
    Aber genau diese rosarote Brille nimmst Du den Männern ab bzw. lässt sie erst gar nicht zu wenn Du den Männern gleich beim ersten Date so etwas , doch leider auch schockierendes, sehr persönliches über Dich erzählst.

    Ja Brustkrebs ist auch heilbar, aber es stirbt leider jede dritte Patientin daran, bei den jungen Frauen sind
    es sogar noch mehr und es ist für einen Partner eine große psychische Belastung immer um seine Parnterin Angst haben zu müssen und damit rechnen zu müssen, dass sie zu denen gehört die daran sterben wird und warum sollte sich ein Mann der auf Partnersuche ist und der über ein Datingportal mit unzähligen Frauen in Kontakt treten kann sich auf eine Frau einlassen, die ihn gleich beim ersten Date mit ihrem schweren Schicksal konfrontiert ?

    Und wie sollen denn da noch echte romantische Gefühle aufkommen nach diesem Schock ? Du überforderst die Männer damit und vor allem, wenn Du unbedingt sofort von Deinem Schicksalsschlag erzählen möchtest, was ja Deine Entscheidung ist und auch O.K. ist, dann kannst Du aber wirklich nicht erwarten, dass dann noch romantische Gefühle bei dem „schockierten“ Mann aufkommen können. Wie soll das gehen ? Erst zu sagen „hallo ich bin Brustkrebspatientin “ aber egal, lass uns jetzt einfach weiter unbeschwert und romantisch sein und uns kennenlernen. Das schließt sich gegenseitig aus. Das Thema Krebs überschattet dann alles und auch wenn Du denen sagst dass Du geheilt bist, auch Männer wissen, dass man bei Krebs immer in der Angst leben muss dass noch was kommt. Ich kann die Männer verstehen und würde mich auch überrumpelt fühlen.
    Dann kannst du es im Prinzip auch gleich noch vor dem ersten Date erzählen, dann ersparst Du Dir wenigstens dann hinterher die Abfuhr.

    Dass die Männer sehr nett zu Dir waren lag daran dass sie natürlich auch Mitleid haben im ersten Schock und aus einem Reflex heraus ist man dann besonders nett .

    Es ist etwas völlig anderes wenn Männer die schon lange mit einer Frau zusammen sind ihrer Frau beistehen wenn sie an Krebs erkrankt und bei ihr bleiben, als wenn ein Mann eine ihm völlig fremde Frau kennenlernt zu der er noch keinerlei Gefühle hat und sie ihm von ihrer lebensbedrohlichen Erkrankung erzählt.

    Ich bin zwar nicht in Deiner Situation, da glücklich verheiratet mit einem Mann der mir immer beisteht, aber wir waren bei meiner Diagnose schon 25 Jahre zusammen.

    Ich kann Dir nur raten es dem Mann erst zu sagen, wenn es ernst wird zwischen euch, also wenn ihr bereist verliebt seit und es ihm dann schonend beizubringen und nicht mit der „Holzhammermethode“ es ihm gleich einfach so hinknallen.

    viel Glück

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    1. Sorry, ich glaube ich habe da was falsch verstanden bei und Du hast gar nicht beim Date von Deiner Erkrankung erzählt sondern Deine Bekannte. Dann wird es wohl so sein wie Du vermutest und die Männer haben beim googeln diese Seite entdeckt. Vielleicht wenn Du die Fotos von Deiner Seite hier entfernst, dann können sie Dich nicht mehr erkennen. Ich denke es ist die Kombination aus Deinem Job und Deiner Erkrankung die die Männer abschreckt (auch wenn ich Deinen Job nicht kenne, ich vermute mal irgendwas mit Psychologie, das schreckt Männer ab ). Ersteres Problem kannst Du ja lösen .
      LG

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    2. Judith… woher hast du denn solche Statistiken? es stirbt doch nicht jede dritte! solche aussagen verunsichern doch nur und sind völlig falsch. vielleicht stimmen diese zahlen in höheren stadien, aber sicherlich nicht „über alle“ fälle
      liebe vale47, darf ich fragen, was du für einen tumor genau hattest? also größe und biologie..? lg

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  3. Ich war auch nicht hormonpositiv. Die Rezidivwahrscheinlichkeit ist den den nächsten 5 Jahren eher gering. Im Promillebereich. Und die Überlebenschancen bei mehr als 83 Prozent. Ich glaube ganz fest daran, dass ich gesund sein werde bis ins hohe Alter.

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  4. Hey Fabi,

    ich mag auch mal noch meinen Senf dazu geben.

    Ich gebe Judith zum Teil Recht, dass es sicherlich sehr viele Männer gibt, die mit dem Thema BK beim ersten Date ein „Problem“ haben. Man sollte sich nur ernsthaft mal hinterfragen, was das denn für Herren sind. Oberflächlich? Verantwortungslos? Dies sind Charaktereigenschaften, welche Frau nicht für ernsthafte langjährige Beziehung gebrauchen kann. Somit selektierst du von vornherein unfreiwillig aus, ist doch eigentlich nicht schlecht, oder?!

    Ich kenne eine junge Frau mit MS, die auch ihren Traummann gefunden hat, den sie dann auch geheiratet hat etc… Es gibt sie also da draußen, die Männer mit Intelligenz, mit gutem Aussehen und Verantwortlichkeit!

    Ich würde an deiner Stelle alles so weitermachen wie bisher. Kommt Zeit , kommt Rat! Übrigens finde ich überhaupt nicht, dass ein so angesehener Beruf wie Journalistin unsexy sein soll. Ganz im Gegenteil, Intelligenz macht bekanntlich attraktiv, oder nicht?!

    Dass BK nun mittlerweile heilbar ist, steht meiner Meinung nach außer Frage. Leider gibt es Rückfälle, aber definitiv eher selten. Bei einem hormonnegativen BK sinkt die Rückfallwahrscheinlichkeit mit Zunahme der rezidivfreien Zeit, also wirst du in 20 Jahren mit hoher Sicherheit kein Wiederauftreten der Krankheit erleben, zumal du mit Herceptin zusätzlich präventiv gut vorsorgen konntest. Das ist zumindest mein Fachwissen, was ich mir zum Thema angeeignet habe und ich habe definitiv nicht nur eine Studie oder Doktorarbeit explizit diesbezüglich durchgelesen und mit mehreren Fachärzten bzw. Professoren persönlich gesprochen. 😉

    Klar, eine Garantie gibt es nicht, die hat aber dein Nachbar von nebenan, der Postbote oder der Feuerwehrmann auch nicht. Das ist meine Meinung.

    PS: Vielleicht triffst du ja zufällig deinen Traummann auf der nächsten Hüttentour in den Alpen, ich würde mich jedenfalls freuen. 😉

    Liebe Fabi, weiterhin alles Gute

    Claudi

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  5. Die Zahlen sind leider Realität, das Kannst Du beim Krebsforschungzentrum in Heidelberg nachfragen.
    Der hormonpositive Brustkrebs hat eine besseren Prognose als der Triple Negative oder der HER 2 positive BK , weil diese Brustkrebsarten agressiver sind. Daran glauben gesund zu werden kann man ja trotzdem, das schließt sich ja nicht gegenseitig aus aber sich was die Zahlen betrifft was vorzumachen macht ja auch keinen Sinn. Realismus schadet ja auch nicht und als Journalistin ist man ja eh so gepohlt dass man immer an objektiven
    Fakten interessiert ist.

    LG

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  6. Liebe Fabienne,
    wie du bereits in deinem Blog geschrieben hast, nach dieser Erfahrung (Diagnose: Brustkrebs und seine Behandlung) lernen wir im „Jetzt “ zu leben. Mit diesen zwei Männer hast Du wunderschöne Momenten erlebt: Du warst glücklich und verliebt. Das hat deiner Seele und Deinem Körper sehr gut getan. Plötzlichen ohne mit Dir zu reden, sind diese Männer einfach verschwunden. Das ist verletzend. Die Person, die verlassenen worden ist, fragt sich ständig : „WARUM?“ , „Was habe ich falsch gemacht?“ und dann „Vielleicht liegt an meiner Krankheit.“ Vermutungen und Fragen ohne Antworten.
    Dieses Mal im Deinem Blog hast du ein sensibles Thema berührt :
    „Schreckt die Krankheit Krebs ab?“
    Wir haben die Chemo zusammen angefangen und wir sind am gleichen Tag operiert worden.
    Ich lese gerne deinen Blog, weil ich viele Situationen erlebt haben und viele von deiner Gefühlen teile.
    Ich finde, dass in unserer Gesellschaft zu wenig über den Brustkrebs gesprochen wird.
    Leider gibt es immer noch zu viele Leute, die so denken: „Krebs=Tot=Schmerzen“
    Viele wissen nicht, dass die Heilungschancen heute sehr gut sind.
    Ich spreche offen über meine Krankheit mit meinen Freunden und meinen Verwandten aber was ich erlebe ist erstaunlich!
    Alle sind schockiert, fassungslos und am besten wollen nichts darüber wissen.
    Besonders die Personen, die mir sehr nahe stehen. Mit denen ist es unmöglich sich auszutauschen. Ich vermute, dass es eine Reaktion ist, um sich selber zu schützen.

    Du fühlst dich sehr gut verstanden nur von der Personen, die den Brustkrebs erlebt haben.
    Dieser Austausch ist für mich sehr wichtig . Jedoch fühle mich wie in einem „Ghetto“.

    Ich hoffe, dass Du bald ein Mann findest, der sowohl deine Vergangenenheit als auch deine Persönlichkeit akzeptiert und schätzt.

    Liebe Grüße

    Sara Petracchi

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