Gute News, schlechte News

Ich war in den letzten Tagen mal wieder im Krankenhaus. Erstens wegen der Nachsorge, zweitens wegen eines Ski-Unfalles. Mir geht es soweit gut, nur meinem rechten Knie leider nicht. Aber erst mal zu den guten News …

Meine erste große Nachsorge lief gut. Tastbefund und Sono zeigten keine Auffälligkeiten. Die sehr erfahrene Radiologin hatte sich viel Zeit genommen für die Untersuchung. Weil die Brust aufgrund der Strahlentherapie noch entzündlich ist und wegen meines Lymphödems, das auch in meiner Brust beheimatet ist, soll ich mit dem MRT noch warten.

Die Ärztin meinte, dass es für die Ärzte schwer sei, auf den Bildern hinterher zwischen normalem Entzündungsprozess, Lymphödem und Tumor zu unterscheiden. Ein MRT würde momentan alle nur zu sehr aufscheuchen. Also ist mein erstes MRT nach der OP auf den Juni verschoben.

Ein MRT hatte ich diese Woche dann trotzdem noch machen lassen – vom Knie. Nun also zu den nicht so guten News. Ich war Skifahren und habe mir beide Knie verdreht.

Das rechte hat ganz schön was abbekommen. Und so war ich am Sonntag noch in der Notaufnahme, am Montag dann beim Arzt, am Dienstag also beim MRT und dann wieder beim Arzt.

Das Kreuzband ist nicht kaputt, dafür aber das linke Außenband gerissen. Nun muss ich für mehrere Wochen eine Schiene tragen. Die Ski-Saison ist gelaufen. So ein Mist. Und Sport geht auch nicht. Das wird hart.

Aber ich muss nicht operiert werden. Eine gute News. Und mit der beweglichen Schiene kann ich auch wieder etwas laufen. Wobei das richtig anstrengend ist. Ich brauche mehr als doppelt so viel Zeit, um irgendwo hinzukommen. Das nervt schon ein wenig. Und schlafen ist auch nicht am Stück drin. Ich kann nur auf dem Rücken liegen, bekomme davon aber Rückenweh.

Na mal sehen, das wird sicher in den nächsten Tagen besser. Dafür gibt es aber noch andere gute News.

Am Freitag hatte ich die Zusage eines Politikers für ein Interview bekommen, mit dem ich schon immer mal sprechen wollte. Darüber, dass es klappt, hatte ich mich gefreut, auch wenn die Wahrscheinlichkeit für die Zusage doch höher war, als vllt. vermutet.

Das Interview war richtig gut, der Politiker sehr nett und so, wie man ihn sich vorstellt. Ich konnte sogar etwas mehr Zeit abknapsen, als eingeplant war.

Außerdem habe ich mal wieder meine alten Kolleginnen gesehen. Wir waren ja eigentlich für Montagabend in einem Lokal verabredet. Aufgrund des Unfalls wollte ich schon absagen. Aber sie sind dann einfach zu mir nach Hause gekommen. Das hat mich sehr gefreut. Wir haben viel geredet, etwas Wein getrunken und Pizza bestellt. Unsere doch regelmäßigen Treffen schätze ich sehr.

Nur mittlerweile merke ich so richtig, wie weit diese gemeinsame Arbeitszeit schon zurückliegt. Ich hatte ja sehr gerne mit ihnen meinen Arbeitsalltag verbracht. Deswegen haben sie mir auch lange Zeit als Kolleginnen gefehlt – als Freundinnen nicht, sie waren ja immer da 😉 – auch wenn die Zeit oft sehr knapp ausfällt und ein paar Wochen zwischen den Treffen liegt.

Dafür habe ich neue Kollegen bekommen. Einige davon würde ich auch sehr vermissen. Jetzt sicher noch mehr, als vielleicht vor der Diagnose. Zum einen haben sie während der Antikrebs-Therapie immer den Kontakt zu mir gehalten. Zum anderen mir sehr geholfen, mich wieder ins Team zu integrieren. Sie sind mir schon auch sehr ans Herz gewachsen.

Und jetzt, wo ich krankgeschrieben bin, habe ich so gar keine Lust, daheim zu bleiben und nicht zu arbeiten. Viel lieber wäre ich im Büro. Mpfff … Doch die Vorstellung, mit Bus und Bahn bei diesen Wetterverhältnissen zur Arbeit zu gehen, graut.

Am Dienstag blieb mir ja nichts anders übrig, als mit den Öffentlichen meine Arzttermine wahrzunehmen.

Ich musste gestern ewig im Regen stehen, damit die Rolltreppe zur Bahn mal in die Richtung fuhr, die ich brauchte – also nach unten. Die Leute haben gesehen, dass ich mit Krücken oben stehe, es wie aus Gießkannen schüttet und ich warte. (Anmerkung: Der Fahrstuhl war auf der anderen Straßenseite, also mindestens 10 Minuten humpeln und Knie belasten, wollte ich auch nicht.)

Es war den Leuten schlichtweg egal, dass ich da oben pitschnass stand. Sie sind trotzdem auf die fast freie Rolltreppe gelaufen. Irgendwann hat es mir gereicht und ich habe mich bei diesen egoistischen Volldeppen bedankt. Bei jedem einzelnen. Einige schauten verlegen weg und einige entschuldigten sich. Andere reagierten aggressiv und versuchten, sich rauszureden. Meine sarkastische Reaktion: „Nein, sie haben mich gesehen. Sie haben mehrfach nach oben geschaut. Ganz nett finde ich das. Danke.“

Ja, auch ich war sauer – über so viel Egoismus und über so viel Falschheit. Ich war mir nicht bewusst, wie viele Menschen keine Rücksicht nehmen. Wie viele nur an sich selbst denken. Sie haben gesunde Beine, wollen aber keinen Meter laufen. Was ist, frage ich mich, mit all den alten Menschen, die mit Rollator oder Krücken vor dem gleichen Problem stehen? Oder den Gehbehinderten? Ich kann es nicht sagen, weil ich zum einen sehr wenig mit Ubahn, Bus und Tram fahre. Und zum anderen lieber die Treppe nehme.

Doch es gibt auch ein paar nette Menschen. Sonst wäre ich nie die Rolltreppe nach unten gekommen. Bei denen habe ich mich ganz lieb bedankt. Und in der Ubahn haben einige Platz gemacht, in der Apotheke wurde ich vorgelassen und wo anders hat man mir die Tür aufgehalten.

Dennoch: Ich brauche Plan B, wie ich nächste Woche an die Arbeit komme. Autofahren ist eigentlich nicht drin … Mmmh, bleibt eigentlich nur Bus und Bahn … Oh je.


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